Personal Branding Design

Unterschied von klassischem Design und Personal-Branding-Design

An Design denken viele von uns, wenn wir unsere Wohnung oder unser Haus neu einrichten. Da gibt es zum Beispiel das trendige Industrial Design oder auch, wer es etwas romantischer mag, den Shabby Chic. Und auch beim Einkaufen fallen uns verschiedene Designs ins Auge, etwa bei den Verpackungen alltäglicher Produkte. Viele davon erkennen wir bereits aufgrund ihres Designs. Denken wir nur an unser bevorzugtes Waschpulver oder Zahnpasta… Auch um den Menschen als Marke erfolgreich zu machen, gilt: Das Geheimnis liegt im Personal Branding Design.

Auf die Authentizität kommt es an
Was nützt das beste Design, wenn es nicht im Kontext zum Produkt steht? Richtig: nichts! Nehmen wir einmal folgendes Beispiel: Sie besuchen die Homepage Ihres Zahnarztes. Nach einem Klick landen Sie auf der in Erdtönen gestalteten Homepage. Was passiert mit Ihnen beim Anblick dieser Seite? Vermutlich sind Sie irritiert und denken, Erdtöne haben im Hygienebereich nun überhaupt nichts verloren. Da haben Sie vollkommen recht! Das Design der Marke muss eine Symbiose mit deren Kontext eingehen. Nur so funktioniert eine authentische und ansprechende Visualisierung.

Konsequent und ehrlich
Menschen werden im Personal Branding mit ihrer Identität vermarktet. Ehrlich in diesem Sinne bedeutet etwa, Farben zu wählen, die zu Ihrer Persönlichkeit und zu Ihren Charaktereigenschaften passen. Das Design bringt das Innen nach außen und muss, um den Wiedererkennungswert zu steigern, konsequent durchgeführt werden.

Zeitlos und langlebig
Kommen wir noch einmal zurück auf die Einrichtung Ihrer vier Wände. Hand aufs Herz: Wie oft haben sie diese schon umgestaltet? Wie oft haben Sie schon die Wände neu tapeziert, weil lila jetzt nicht mehr im Trend ist? Deshalb setzen Sie in Ihrem Personal Branding Design nicht auf das, was gerade ‚der letzte Schrei‘ ist, sondern verknüpfen Sie auch hier Ihre Persönlichkeit. Wählen Sie Ihre individuelle Farbe, die zu Ihnen passt und so langfristig genutzt werden kann.

Inszenierung? Nein, danke!
Nehmen wir einmal an, ein Kunde wird durch Ihre Website auf Sie aufmerksam. Er hat sich darüber bereits einen ersten Eindruck über Sie verschafft. Ideal umgesetzt wurde Ihre Seite, wenn Sie ihm genauso begegnen, wie er es sich vorgestellt hat. Versuchen Sie sich auf Ihrer Homepage in Szene zu setzen und etwas darzustellen, was Sie nicht sind, fliegen Sie früher oder später auf. Erfolg bedeutet schließlich auch Vertrauen zu schaffen.

künstlerisch und funktional
Tolle Farben und Formen, die uns ins Auge springen hinterlassen Eindruck. Aber beim Personal Branding Design kommt es nicht nur auf den künstlerischen Wert an. Auch die Funktionalität ist heute wichtig. Beide Aspekte erhöhen die Qualität der Marke. Über allem steht jedoch die Persönlichkeit, denn sie verleiht dem Personal Branding Design, das worauf es ankommt: Authentizität.



Was eigentlich macht ein gutes Personal Branding Design aus?

Die 5 Regeln des Personal-Branding-Designs

Auch für Design gibt es Grundregeln, wie gutes Design im Idealfall auszusehen hat. Das Internet, etliche Fachbücher und Unmengen an Auswertungen halten eine Menge Informationen zum Thema bereit. All diese Informationen haben ihre Berechtigung – oder werden sie irgendwann einmal gehabt haben, denn Regeln entstehen nicht aus purem Jux, sondern aus Notwendigkeiten. Jedoch haben wir festgestellt, dass im Personal Branding ein Großteil dieser Vorgaben und Regeln nicht relevant ist und die Entwicklung von Design sogar in die Irre führt. Deswegen möchten wir unsere 5 Regeln von einem guten Design im Kontext Personal Branding vorstellen.

Regel 1: Personal-Branding-Design ist kontextbezogen

Die erste Regel hat nicht ohne Grund die Nummer 1 bekommen, denn sie stellt für uns eine der wichtigsten Regeln dar. Jedes Design, welches wir im Personal Branding entwickeln, steht in einem Kontext und nimmt mit selbst dem kleinsten Element Bezug auf diesen. Wenn Sie zum Beispiel für ein Unternehmen aus der Agrar- und Forstwirtschaft ein Design entwickeln, werden Sie das Erscheinungsbild dementsprechend gestalten. Genauso, wenn Sie für einen Unternehmensberater tätig sind, der sich in der Welt von Montblanc bewegt. Nur wenn das Design mit dem Kontext der jeweiligen Marke eine Symbiose eingeht, haben Sie es geschafft, eine authentische Visualisierung zu gestalten.

Regel 2: Personal-Branding-Design ist ehrlich und konsequent

Ein ehrliches Design? Wie bitte soll das gehen? Wenn Sie sich das fragen, sind wir in der Beantwortung bei einem Herzstück von Personal Branding angekommen. Im Personal Branding geht es für uns darum, Menschen mit ihrer Identität zu vermarkten. Und was könnte ehrlicher sein, als die Identität eines Menschen? Was könnte ehrlicher sein, als mit seinen Werten und seinen persönlichen Charaktereigenschaften in die Öffentlichkeit zu treten? Was könnte ehrlicher sein, als Kante zu zeigen, selbst wenn dies Gegenwind erzeugen sollte? Wir sind davon überzeugt, dass Menschen dann als authentisch und ehrlich wahrgenommen werden, wenn sie ihre Identität kennen und zeigen. Genau das sollte sich auch im Design widerspiegeln. Ein Design sollte nichts verstecken – und sollte konsequent die Markenpositionierung umsetzen.

Regel 3: Personal-Branding-Design ist langlebig und zeitlos

Individualität braucht keine Trends – im Gegenteil. Klar, die Technik bringt uns immer wieder jede Menge neue Trends. Heute scheint dank Virtual Reality, KI und Co. alles möglich. Gilt das auch für Design? Nun ja, gewiss bietet die Technik heute andere Möglichkeiten und hat die Gesetze von Gestaltung revolutioniert. Trotzdem raten wir davon ab, jedem Trend hinterherzujagen. Warum? Weil Trends Grenzen haben. Weil sie von Neuem abgelöst werden. Weil sie nicht überdauern und weil sie auch nicht zwingend dazu beitragen, Persönlichkeit zu unterstreichen. Stattdessen zahlen sie für eine Zeit lang auf ein und dasselbe Konto ein – aber nicht auf die Individualität. Was einst Taupe war, ist heute Gelb und morgen wieder eine ganz andere Farbe. Wer ein Design für sich sucht, möchte dies aber langfristig nutzen und sollte daher eine individuelle Farbe auswählen, die nachhaltig zur Marke passt. Natürlich darf man Trends folgen, aber nicht, weil sie Trends sind, sondern weil sie zur Personal Brand passen.

Regel 4: Personal-Branding-Design setzt in Szene

Während klassisches Design die Inszenierung im Fokus hat, macht Personal Branding genau das Gegenteil. Es gibt nicht Künstliches hinzu, sondern setzt Bestehendes in Szene. Inszenierung ist im Personal Branding ein No-Go, denn eine visuelle Inszenierung würde etwas darstellen, was nicht der Realität entspricht. Die Konsequenz davon ist, dass potenzielle Kunden andere Erwartungen haben und mit anderen Vorstellungen in Kontakt mit der Person oder dem Unternehmen treten. Der Abgleich zeigt dann die Unterschiedlichkeit und führt zur Verwirrung – und steht am Ende einer vertrauensvollen Beziehung im Weg. Das K.o.-Kriterium für Erfolg, denn Geschäfte werden nach wie vor zwischen Menschen gemacht, die sich vertrauen, bei denen die Chemie stimmt.

Regel 5: Personal-Branding-Design follows personality

Früher ging es bei einem Design vor allem um Ästhetik und Kunst. Das hat sich mit den Jahren geändert und wurde besonders von der Digitalisierung weiterentwickelt. Design sollte nicht nur schön und künstlerisch sein, es musste jetzt funktional sein. Unter dem Leitsatz »Design/Form follows function« entstanden so wieder neue Gestaltungsgesetze. Wir möchten dieses Credo nun auf die Personal-Branding-Ebene übertragen und sagen: »Design follows personality«. Was nicht bedeutet, dass der funktionelle Aspekt von Design damit wegfällt. Was heute keine Funktion hat, wird im digitalen Zeitalter keine Relevanz haben. So ist Funktion nach wie vor ein Muss, jedoch geht es in der Personal-Branding-Visualisierung darum, wie ein Mensch in seinem Kontext in Szene gesetzt werden kann. Und dadurch ist Design dem Kontext Persönlichkeit zumindest ein Stück weit untergeordnet.

Warum wir Ihnen empfehlen, sich unsere 5 Grundregeln für gutes Design zu Herzen zu nehmen?

Weil wir immer wieder erfahren haben, dass sich Kunden von Agenturen, Grafikern, Designern nicht verstanden fühlen. Weil sie sich in ihren Erwartungen enttäuscht fühlen. Und weil sie sich mit dem Ergebnis langfristig nicht wohl fühlen. Keine guten Voraussetzungen für Erfolg. Da werden Sie uns doch zustimmen, oder? Die Krux an der Sache ist, dass sich Grafiker von Gesetzmäßigkeiten, die sie mehr oder weniger erfolgreich in der Ausbildung zum Mediengestalter oder im Studium des Grafikdesigns erlernt haben, verabschieden müssen. Dass sie sich von einer Vorgehensweise entfernen müssen, die von ihnen verlangte, die erlernten Gesetze genau zu befolgen und über jedes Projekt zu stülpen. Die Regeln möchten wir nicht als falsch diffamieren, jedoch möchten wir noch einmal betonen: Klassisches Design – sei es nun ein Produktdesign oder ein Dienstleistungsdesign – folgt anderen Regeln als Design, das einen Menschen visualisiert, das eine Geschichte, Werte, und Charakterzüge vermitteln soll. Kurz: Das Vertrauen aufbauen muss.

Auszug aus "Das große Personal Branding Handbuch"


Philippe Fiedler arbeitet seit über 15 Jahren mit Ben Schulz zusammen. Gemeinsam erkannten sie bereits damals schon die markenstrategische Besonderheit von Personal Branding, spezialisierten sich darauf und wurden zu den Pionieren des Personal Branding.






Mehr zum Thema Personal Branding Design und der Visualisierung von Identität, zeigt Philippe Fiedler in seinem Kapitel "Der Mensch als Marke in Design und Visualisierung" in unserem Personal Branding Handbuch.