„Deine Wahrnehmung bestimmt deine Realität.“

Diesen Satz gibt Qui-Gon Jinn in Star Wars Episode 1 Anakin Skywalker mit auf den Weg. Aber was meint er damit?

Wahrnehmung allgemein definiert

„Die Wahrnehmung kommt zustande, indem unsere Sinnesorgane Impulse aufnehmen und sie zur weiteren Verarbeitung ins Gehirn transportieren. Wahrnehmung ist ein psychophysiologischer Prozess. Sie entsteht nicht in den Sinnesorganen, sondern im Hirn.“1

Diese medizinische Definition meinte der alte Jedi-Meister wohl nicht. Dennoch entsteht primär unsere Wahrnehmung durch die Aufnahme und Weiterverarbeitung jeglicher Informationen durch alle unsere Sinnesorgane. Dabei filtern wir und sortieren aus – ganz unbewusst selektieren wir.

Selektive Wahrnehmung

Wir werden täglich rund um die Uhr mit Reizen und Informationen jeglicher Art konfrontiert. Wenn wir diese nicht filtern bzw. selektieren würden – uns würde sprichwörtlich der Kopf platzen. Nach welchen Kriterien jeder selektiert, hängt von seinen Motiven, persönlichen Erwartungen und auch Ausbildung ab. Wenn ein Arzt, ein Polizist, ein Pfarrer und ein Dachdecker beispielsweise das gleiche erleben, wird die erlebte Wirklichkeit sicher nicht identisch sein. Die jeweilige Aufmerksamkeit wird von unterschiedlichen Auslösern getriggert. Unsere gefilterte Wahrnehmung zeigt uns die Dinge, die wir sehen wollen oder in bestimmten Situationen oder an bestimmten Orten erwarten. Jeder hat seine individuelle Realität.

Kontextabhängige Wahrnehmung

„Personen, Objekte oder Ereignisse werden nicht isoliert wahrgenommen, sondern immer im Kontext der Situation, in der sie auftreten."2

Beispiel: Eine braune Kuh auf der Wiese ist alltäglich, eine Kuh in einer Fußgängerzone zieht sofort die Wahrnehmung auf sich. Sie erregt Aufmerksamkeit und prägt sich sofort ein. Und wenn die Kuh dann noch lila ist …

Sich das Prinzip der kontextabhängigen Wahrnehmung strategisch gut platziert und marketingmäßig gut umgesetzt zu Nutze zu machen, kann den entscheidenden Wettbewerbsvorteil generieren.

Personal Branding: Wahr-Nehmung für seine Zielgruppe generieren

Je besser Unternehmer oder Führungskräfte ihre Zielgruppe kennen, desto besser können sie Rückschlüsse darauf ziehen, in welchen Wahrnehmungsbereichen ihre Kunden selektieren, welchen Kontext sie erwarten und was ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte. Marketing und Werbung im Personenmarketing folgen schließlich völlig anderen Richtlinien als das klassische Marketing. Im Personenmarketing steht der Mensch, die Person im Mittelpunkt. Es geht um „Mensch zu Mensch“-Kommunikation. Authentizität, Ehrlichkeit, Offenheit, Nahbarkeit und Erlebbarkeit schaffen hier die Verbundenheit und sollten im Fokus der Wahrnehmung stehen.

Mehr über Wahrnehmung erfahren Sie im Buch von Ben Schulz „Das große Personal Branding Handbuch“.

1 http://www.lern-psychologie.de/common/einf_wahrnehmung.htm
2 Werth, Lioba: Psychologie für die Wirtschaft, Spektrum Akademischer Verlag, 1. Auflage 2004, S. 133.

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