Werte: Unser Wertesystem bestimmt unsere Personality

Etwa 80% unseres Denkens, Fühlens und Handelns werden von unserem Wertesystem und unseren Glaubenssätzen gesteuert. Das geschieht völlig unbewusst und begleitet uns rund um die Uhr. Sich dieser unbewussten Werte gewahr zu werden, ist existentiell für jeden von uns – und zwar beruflich wie privat.

Wenn wir das volle Potential in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung ausschöpfen wollen, ist es daher wichtig, seine Wertvorstellungen, Haltungen und Überzeugungen regelmäßig zu hinterfragen. Da hilft z. B. schon, sich mit anderen Kulturkreisen auseinander zu setzen, um die eigenen Werte entweder zu bereichern oder diese strikter abzugrenzen.

Werte stellen für uns ein wesentliches Kriterium dar, wenn wir versuchen, einander einzuschätzen. Unbewusst gleichen wir ab, ob wir auf der Werte-Ebene zusammenpassen oder eben auch nicht. Demnach unterstützen uns ähnliche Wertvorstellungen zum Beispiel, wenn wir uns in der Gesellschaft, aber vor allem im engeren sozialen Umfeld integrieren wollen. Werte stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl. Denn Menschen, die ähnlichen Wertesystemen folgen, tun sich leichter, kooperativ miteinander umzugehen.

Werte an sich sind positiv belegt. Sie werden als erstrebenswert und moralisch gut angesehen. Die sozialen Normen, die sich daraus ableiten, wirken hingegen in der Regel restriktiv.

Das menschliche Wertesystem

Um das menschliche Wertesystem erklären zu können, schließen wir uns der Klassifizierung von Joseph Maria Bocheński an. Dieser teilte die immateriellen Werte in 3 Gruppen auf:

  • „Die moralischen Werte sind Forderung zur Tat; sie enthalten das Tun-Sollen.
  • Die ästhetischen Werte enthalten das Sein-Sollen.
  • Die religiösen Werte als Verbindung moralischer und ästhetischer Werte berücksichtigen auch das Nicht-Sein-Sollen und das Nicht-Tun-Sollen und geben es in Form der Sünde an."1

Unser Wertesystem wird beeinflusst von dem Kulturkreis, in dem wir leben, unseren Familien und unserem sozialen Umfeld sowie unseren Erfahrungen. Je älter wir werden, desto klarer entwickeln wir unsere persönlichen Wertevorstellungen. Sie sind zentraler Bestandteil unserer Persönlichkeitsentwicklung.

Wertvorstellungen im Personal Branding

Im Personal Branding steht der Mensch als Marke mit seiner Persönlichkeit und damit auch mit seinen persönlichen Werten im Mittelpunkt. Wer sich also als Personal Brand ins Rampenlicht stellen möchte, sollte unbedingt seine bewussten und unterbewussten Werte kennen und nach ihnen leben. Das gilt dann erst recht für Ihre Markenkommunikation und alles, was Sie an die Öffentlichkeit tragen. Die Werte sind quasi die Handschrift für alles, was kommunikativ und vertrieblich geschieht.

Ist zum Beispiel „Klarheit“ ein zentraler Wert, dann sollten Sie darauf achten, dass Sie auf Ihren Fotos nicht ausgerechnet an eine Milchglasscheibe gelehnt stehen. Oder wenn „Weitblick“ eine große Rolle spielt, sollten Sie sich nicht vor einer Backsteinwand fotografieren lassen. Ähnliches gilt auch für Ihre Texte, Ihre Blogartikel, ja sogar Ihre Angebotstexte. Wer „Klarheit“ lebt, wird klare Texte schreiben.

Im Personal Branding geht es also darum, die Werte in sämtliche Maßnahmen einfließen zu lassen, damit Ihr Gegenüber schnell für sich erkennen kann, was Sie prägt und ob Sie beide zusammenpassen.

In dem Buch „Das große Personal Branding Handbuch“ herausgegeben von Ben Schulz berichten unterschiedliche Experten aus dem Bereich des Personal Branding zu den Themen Werte und Wertesysteme.

1https://de.wikipedia.org/wiki/Wertvorstellung#cite_note-8

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