Zielgruppe: zielorientiert Denken oder Erlebbarkeit schaffen?

Durchforstet man das Internet, findet man verschiedene Definitionen des Begriffs Zielgruppe, wie z. B. diese:

„Adressaten; Gesamtheit aller effektiven oder potenziellen Personen, die mit einer bestimmten Marketingaktivität angesprochen werden sollen.“1

Wer Dienstleistungen oder Produkte am Markt anbietet, möchte in der Regel eine bestimmte Zielgruppe an Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartnern erreichen. Diese Zielgruppe gilt es so genau wie möglich zu definieren. Je ungenauer eine Zielgruppendefinition, desto schwieriger wird die operative Umsetzung.

Dienstleister/Hersteller generieren Kundenzufriedenheit

Kundenzufriedenheit lässt sich völlig emotionslos mathematisch darstellen:

Erwartungen der Zielgruppe – wahrgenommene Leistung = Zufriedenheit

Deutschland als etablierte Industrienation ist ein wahrer Meister in Standards und Prozessen. Zahlen, Daten, Fakten. Unternehmen definieren ihre Prozesse zielorientiert in Richtung definierter Zielgruppe. Prozesse, Service, Produkte, Logistik etc. stehen im Mittelpunkt, um höchstmögliche Kundenzufriedenheit zu generieren. Häufig wird jedoch ignoriert, dass Dienstleistungen und Produkte schon lange austauschbar geworden sind, die Konkurrenz das gleiche Portfolio bietet und Unterschiede zwischen den verschiedenen Unternehmen kaum noch auszumachen sind. Waren die Deutschen bisher Weltmeister in Markentreue, gehen hier die Zahlen zurück. Mitmachen oder aufwachen – die Frage sollte sich jeder stellen.

Personal Branding schafft Erlebbarkeit für die Zielgruppe

Wir denken, dass genau die andere Richtung erfolgsentscheidend ist. Von der Zielgruppe, vom Kunden aus denken. Wer die Bedürfnisse, Wünsche, Ängste, Sorgen und kleinen Freuden seiner Zielgruppe kennt, spricht die Sprache seiner Kunden. Zielgruppen wollen verstanden werden, Menschen wollen verstanden und ernstgenommen werden. Raus aus der Anonymität.

„Das Ziel des Marketing ist, den Kunden und seine Bedürfnisse derart gut zu verstehen, dass das daraus entwickelte Produkt genau passt und sich daher selbst verkauft.“2

Es geht nicht mehr um Kundenzufriedenheit. Es geht um Verbundenheit mit der Zielgruppe. Das geschieht auf einer emotionalen Ebene. Und hier ist der Mensch, die Personality, das Authentische, das Menschliche der Schlüssel. Dies ist nur über Erlebbarkeit zu generieren. Statt seine Zielgruppe „zufriedenzustellen“ Erleben schaffen, die Kunden begeistern.

Wie das geht, können Sie in „Das große Personal Branding Handbuch“ von Ben Schulz nachlesen. Stichwort „Erlebnispyramide“.

1https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/zielgruppe-48977
2https://www.nur-zitate.com/autor/Peter_F_Drucker

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