Wie die Diagnose „Krebs“ den Blick auf
das Leben und das Sterben klärte.

Ich sehe den Himmel

Ben: „Ist es dein Wunsch, nach deinem Tod weiterhin wirksam zu sein?“
Esther: „Ben, was hast du schon wieder im Kopf?“

Ich sitze am Pflegebett meiner sterbenden Mutter. Nachdem bei ihr Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde und sie sich gegen die Chemo entschieden hat, ist klar, wie diese Geschichte ausgeht. Aber Esther überrascht ihr Umfeld, indem sie so gar nicht das widerspiegelt, was man von ihr in ihrem Zustand erwarten würde. Statt betrübt und traurig, ist sie lebensfroh wie eh und je – und stößt ihr Umfeld mit ihrem ganz eigenen Blick auf Leben und Tod immer wieder vor den Kopf. An zwei Tagen, vier Wochen bevor sie gestorben ist, hat sie deshalb erzählt: Warum sie schon im Krankenhausbett ihr Trauerevent geplant, welche Momente der Dankbarkeit ihr die Krankheit beschert und wem sie ihre besten Stücke geschenkt hat. Dabei herausgekommen ist ein Buch von einer Frau, die eine ganz eigene Sichtweise im Umgang mit ihrem Krebs hatte und damit Angehörigen und selbst Erkrankten eine Inspiration und Hilfestellung sein kann.



Esther Schulz, geb. Vogel
4. Sept. 1958 - 8. Juli 2019

Sie wuchs in einer Pastorenfamilie auf und hatte zwei jüngere Brüder. Als Jugendliche richtete sie ihre Ausbildung darauf aus, Missionarskinder im Ausland zu unterrichten, weil es sie bedrückte, dass diese Kinder getrennt von ihren Eltern in Internaten leben mussten. Sie besuchte eine Fachschule für Soziales in Hagen, danach die theologische Fachschule, die ihre Eltern gegründet hatten. Der Schock kam, als klar wurde, dass sie untauglich für das Tropenklima war und ihr Ziel Missionarskinder zu unterrichten, nicht weiterverfolgen konnte. Mit 19 Jahren heiratete sie ihren Mann Günther und arbeitete als Hauswirtschafterin, später Hauswirtschaftsmeiste- rin, an der Freien Theologischen Fachschule Breckerfeld. Mit 40 Jahren wechselte sie gemeinsam mit ihrem Mann in den Gemeindedienst der Evangelischen Missionsgemeinde in Hagen, in der sie 20 Jahre als Diakonin wirkte. Als ihr Mann zusätzlich die Berufung als Leiter der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Mission (IAM e.V.) erhielt, unterstütze sie ihn nach besten Kräften. Sie kam mit der FGB (Frauen-Gebets-Bewegung, früher DFMGB) in Westfalen-West in Berührung. Als Bezirksleiterin übernahm sie 15 Jahre lang die Betreuung von Gebetskreisen und organisierte Bezirkskonferenzen. Sie hat einen Sohn, Ben, und sechs Enkel. Der Familie galt immer ihre erste Fürsorge. In ihrer Mitte ist sie im Frieden und mit großer Hoffnung am 8. Juli 2019 in den Himmel gegangen

 


Interview mit Ihrem Sohn Ben Schulz.



Auszug aus dem Vorwort

von Günther Schulz

Die Diagnose kam wie ein Hammerschlag: Lymphdrüsen- krebs von der bedrohlichsten Sorte. Eigentlich war es nur eine Schwellung. Aber meine Frau Esther sagte: „Ich muss ins Krankenhaus“. Dabei verabscheute sie Krankenhäuser. Ich vermutete schon da, dass es wirklich ernst war, sie hatte immer ein gutes Gespür. Es hatte vorher keine Anzeichen gegeben. Es hat uns völlig unvorbereitet getroffen. Zuerst hatte ich Hoffnung, dass es nicht so schlimm sein wird. Die Ärzte konnten die befallene Lymphdrüse entfernen. Doch die Untersuchungen, die darauffolgten, bestätigten: Ab jetzt war alles anders, unser Leben würde sich radikal ändern...


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