Den Mut zum Wandel immer im Blick

„Ich freue mich ja schon so sehr darauf, die neue Brille abzuholen, wenn sie dann fertiggestellt ist. Nur dank Ihrer Beratung habe ich dieses Modell genommen. Ohne Sie, Herr Hagemann, hätte ich wohl nicht den Mut dazu gehabt. Vielen Dank und auf Wiedersehen“, sagt die Kundin, nimmt ihre Jacke und tritt aus dem Augenoptikgeschäft von Jörn Hagemann hinaus auf die Straße. Jörn Hagemann erwidert den Abschiedsgruß, schließt die Tür und blickt der Kundin durch das Fenster hinterher. Er lächelt und sagt: „Ja, die Dame hat sich wirklich ein schönes Brillenmodell ausgesucht. Manchmal muss man einfach mal etwas wagen.“
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| Jörn Hagemann

Richtige Entscheidungen hat Jörn Hagemann in seinem Leben viele getroffen und Mut zu Veränderungen hat er ebenfalls oft bewiesen. Den hat er vermutlich von seinen Eltern geerbt, denn die haben den Grundstein für das heute so florierende Augenoptik-Unternehmen gelegt. Und dafür sind sie einen ungewöhnlichen Weg gegangen.

In einem turbulenten Sommer im Juli 1978 übernahmen Sabine und Norbert Hagemann ihr erstes Augenoptikgeschäft in der Oberfeldstraße in Biesdorf. Es ist der große Wunsch nach Selbstständigkeit, Unternehmertum und Unabhängigkeit, der die Eltern von Jörn Hagemann antrieb. Sie haben lange nach einem Geschäft gesucht, mit dem sie ihren Traum verwirklichen können. In der DDR galten schließlich andere Gesetze, die diesem Vorhaben Steine in den Weg legten. Schließlich kam die Gelegenheit in Form dieses Augenoptikgeschäfts und die Hagemanns griffen zu.

Schon der Großvater war Augenoptiker und so lag es auf der Hand, dieses Geschäft, welches ihnen angeboten wurde, zu übernehmen, als sich die Chance bot. Einfach war es nicht, die Hagemanns hatten einige Herausforderungen zu bewältigen. Der Staat brauchte Unternehmer wie sie, aber gern gesehen wurde die Selbstständigkeit nicht.

„Ja, das war damals schon anstrengend für meine Eltern, sie mussten jeden Tag eine weite Strecke pendeln, um ins zu Geschäft zu kommen. Und die Versorgungslage war so eine Sache. Es gab ja immer wieder Engpässe in der DDR. Da konnte man nicht einfach bestellen, wie man wollte oder Material benötigte. Aber das haben sie für ihren Traum in Kauf genommen“, erinnert sich Jörn Hagemann heute.

Eine turbulente Wende

Jörn Hagemann wächst sozusagen in die Augenoptik und die Selbstständigkeit hinein. Doch nicht alles lief nach Wunsch: „Ich wollte gerne studieren, aber das wurde mir von der DDR verwehrt, wegen des Geschäfts der Eltern.“

Also folgt er den Eltern in die Augenoptik und beginnt 1989 seine Ausbildung im elterlichen Betrieb. Wieder so ein turbulentes Jahr: Die Mauer fällt und mit dem System der DDR verschwindet auch das System, nach dem er zum Augenoptiker ausgebildet wird. Für Jörn Hagemann hieß das, doppelten Stoff zu lernen. Erst nach dem Ausbildungsplan der DDR und dann nach dem der BRD. Er beißt sich durch und wird belohnt: Der Lehrling besteht die Ausbildung und das sogar als Landessieger.

Die Wende macht sich auch im elterlichen Betrieb bemerkbar. „Es war ja alles im Umbruch nach dem Mauerfall. Bei aller Freude über die neue Freiheit war das auch verbunden mit vielen Unsicherheiten. Man wusste nicht genau, wohin die Reise geht“, erzählt Jörn Hagemann und ergänzt: „Meine Eltern haben mich positiv beeinflusst, Unsicherheiten und eine schlechte Planbarkeit war ja lange Zeit ein großer Bestandteil ihres Lebens in der DDR.“

Vielleicht hat er von ihnen den Mut, Neues zu wagen und als Wegweiser und Macher neue Ideen und Pläne auf den Weg zu bringen.

Neue Aufgaben mit viel Leidenschaft

Die kommenden Jahre arbeitet Jörn Hagemann im elterlichen Betrieb mit, immer fest im Blick: Die Prüfung zum Meister. 1996 ist es nach dem Besuch der Meisterschule in Karlsruhe geschafft: Jörn Hagemann ist Augenoptikermeister und kann nun ganz offiziell in das Geschäft der Eltern mit einsteigen.

Jetzt, wo Jörn Hagemann Augenoptikermeister ist, spielt die Familie mit dem Gedanken, eine weitere Filiale zu eröffnen. Sie bekommen die Gelegenheit, am „Treffpunkt Geißenweide“ zu eröffnen, sich gleichzeitig aber auch ihren ersten Standort zu sichern, der ideal am S-Bahnhof gelegen ist. Das Geschäft wird eröffnet und die Leitung liegt in Jörn Hagemanns Händen. Der ist mit Leidenschaft dabei, er begeistert sich für die Technik in der Augenoptik und ist bereit neue Dinge anzugehen. So baut er die Kontaktlinsenabteilung auf.

Zu einem weiteren Standbein seines Augenoptik-Unternehmens und einer ganz besonderen Leidenschaft ist Jörn Hagemann eher zufällig gekommen: Vergrößernde Sehhilfen auch genannt „Low Vision“.

„Ja, da bin einfach so reingestolpert“, meint Jörn Hagemann und lächelt. „Mein Vater hat immer an einem Arbeitskreis teilgenommen und das an mich weitergegeben. Die Gruppierung hieß ‚Berliner Arbeitskreis für Vergrößernde Sehhilfen‘. Die Augenoptiker haben sich regelmäßig getroffen und dann saß ich da, in dieser ‚Runde für alte Herren‘“, schmunzelt Hagemann.

Aus der Teilnahme an der „Runde der alten Herren“ erwächst eine Leidenschaft für Sehhilfen. Und der Optiker wird bald zum Experten. „Zweimal im Jahr trifft sich der Kreis. Und was ich anfangs nicht so recht ernst genommen habe, hat sich zu einer Leidenschaft entwickelt und auch zu einem weiteren wichtigen Standbein des Betriebes“, so Hagemann. „Die Beratung in diesem Bereich ist sehr zeitaufwendig und intensiv. Idealismus, Empathie und fachliche Tiefe sind notwendig“, bestätigt Jörn Hagemann.

„Wirtschaftlich gesehen ist das sicher nicht das umsatzstärkste Geschäft, aber es ist sehr gut für die Kundenbindung“, so Hagemann. „Wir haben Kunden, die kommen von weit her, weil wir in diesem Bereich hier die einzigen sind, die das überhaupt anbieten.“

Mutige Schritte auf unbekanntem Terrain

Besonders ereignisreich wird es für Jörn Hagemann im Jahr 2003. Es steht ein Jubiläum an: 25 Jahre ist es her, dass die Eltern das erste Geschäft eröffnen. Jetzt denkt der Vater über das Aufhören nach. „Ja, 2003 war ein einschneidendes Jahr für das Unternehmen – so viele Veränderungen“, sagt Jörn Hagemann.

Die Ereignisse überschlagen sich, denn neben dem 25-jährigen Jubiläum kündigt sich noch eine große Veränderung an: Die Eröffnung einer neuen Filiale steht bevor. In Berlin-Biesdorf entsteht ein ganz neuer Stadtteil und gleichzeitig wird ein neues Shopping-Center gebaut, das Biesdorf-Center. Der neue Standort birgt so manche Überraschung, vor allem das Kundenverhalten unterscheidet sich wie Tag und Nacht vom Verhalten der Kunden an den beiden anderen Standorten.

„Da habe ich mit meinem Team wirklich gestaunt in der neuen Filiale im Biesdorf-Center. So viele Kunden, die dort den ganzen Tag unterwegs waren. Das waren wir bislang überhaupt nicht gewöhnt. In unseren anderen Filialen kommen die Kunden ganz gezielt zu uns, aber im Shopping-Center sind die Kunden ständig rein und wieder rausspaziert ohne etwas zu kaufen. Einfach nur mal zum Gucken“, lacht Jörn Hagemann.

Mutig war die Entscheidung Jörn Hagemanns für den neuen Standort. Neues Umfeld, neues Kundenverhalten, das alles war nicht ohne Risiko. „Es war schwierig damals, ohne Frage“, sagt Hagemann heute. „In diesem Jahr kam die große Gesundheitsreform und die Brille wurde aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen gestrichen“, meint er. Ein turbulentes Jahr, das viele alteingesessene Optiker nicht überlebt haben. Hagemann muss etwas tun, um gut durch diese schwere Phase zu kommen.

Seine Vision: die Kunden an sich binden und eine gewinnbringende Situation für alle schaffen. Seine Idee: der Brillen-Club. Hier zahlen die Kunden ihre Brillen und Kontaktlinsen in monatlichen Raten – eine super Sache, die sich zu einem echten Erfolg wandelt. Zusatzgarantien und Ansparmöglichkeiten für die nächsten Brillen runden das Konzept ab. „Auf diese Weise haben wir schon viele Kunden zu begeisterten Clubmitgliedern gemacht“, freut sich Hagemann. Und der Club läuft weiterhin sehr erfolgreich, wie die drei Filialen von Augenoptik Hagemann.

Ideen für die Zukunft

Wegweiser ist Jörn Hagmann immer noch – mit einer ganzen Menge Mut zu Ideen und neuen Herausforderungen.

So wird der Standort in der Allee der Kosmonauten nach und nach zum Standort für Optometrie. So nennt sich der Fachbereich, in dem nicht nur die Brillenglaswerte ermittelt werden, sondern auch die Augen der Kunden auf ihre Gesundheit hin überprüft werden. Interessant ist für Jörn Hagemann auch seine Zusammenarbeit mit Augenärzten: „Es macht mir Spaß, mit der modernen Technik zu arbeiten“, sagt Jörn Hagemann. „Aber es steckt auch sehr viel Herzblut darin, auf jeden Fall. Und unternehmerisch gesehen, ist es von Vorteil, dass es sozusagen keinen Konkurrenzkampf gibt.

Ein weiters Thema, für das sein Herz schlägt, ist die Nachhaltigkeit. Schon lange werden bei Hagemann Brillen für die Dritte Welt gesammelt. Und heute erzeugt Jörn Hagemann den Strom für die Werkstatt, in der die Brillen gefertigt werden und den Laden in der Oberfeldstraße auf dem eigenen Dach.

Jörn Hagemann wird auch in Zukunft keiner Herausforderung aus dem Weg gehen, er hat immer eine gute Idee parat.


Jörn Hagemann

Jörn Hagemann – Wegweiser, Macher und Begleiter. Er begleitet die Kunden zu gutem Sehen. Was Jörn Hagemann auszeichnet? Er setzt auf Ehrlichkeit und Kontinuität, aber auch auf Innovation und Individualität. In seinem Unternehmen gibt es nicht nur echte, umfassend ausgebildete Experten und Berater, auch das Handwerk wird nur selten aus der Hand gegeben. In der hauseigenen Werkstatt trifft man auf echte Macher, die die nötigen Hilfsmittel individuell anfertigen und das in höchster Qualität. Sein Team weiß genau, in welchen Bereichen geholfen werden kann und an welcher Stelle es zum Beispiel dem Gutachten eines Augenarztes bedarf. Dafür arbeitet er eng mit den Augenarztpraxen und diversen Instituten zusammen.

Jörn Hagemann und sein Team sind die Begleiter von der ersten Brille bis hin zur Leselupe – für gutes Sehen, ein Leben lang.

www.augenoptik-hagemann.de



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