Out of the Box

Lena Lührmann entfacht das Feuer der Begeisterung
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Lena Lührmann

Müsste man Lena mit einem Element vergleichen, dann wäre es Feuer. Schon bei der ersten Begegnung wird klar: Sie ist irgendwie anders. Sie brennt für das Neue, das Ungewöhnliche, das scheinbar Unmögliche. Wer sich auf sie und ihr kreatives Feuer einlässt, wird schnell feststellen, dass sie mit ihrer Begeisterung
die Begabung hat alle mitzureißen.

Das Persönlichkeitsmerkmal der Hochsensibilität wie bei Lena Lührmann trifft nur auf 20 Prozent der Weltbevölkerung zu. Diese Menschen nehmen sehr viel mehr von ihrer Umwelt wahr als andere. Das bewirkt, dass für Menschen Begegnungen, Begebenheiten und Erfahrungen fast vollständig erhalten und abrufbar bleiben. Sehr viele hochkreative Menschen und laterale Denker weisen dieses Persönlichkeitsmerkmal auf, denn sie kombinieren sehr viel mehr Informationen bei der Entwicklung einer Idee.

Ein Leben als HSPler ist jedoch nicht immer einfach und bedeutet mitunter eine große Herausforderung. „Ich spüre oft schon, was die Menschen brauchen, bevor sie es selbst wissen. Dann komme ich direkt ins Machen und räume Probleme aus dem Weg, bevor mein Gegenüber sie überhaupt bemerkt hat. Und das kann unfassbar viel Stress für mich bedeuten“. Anderen Menschen zu helfen und diese glücklich zu machen, ging aber auch zu Lasten ihres eigenen Ichs, weshalb sie lernen musste, besser auf sich aufzupassen.

Bin ich anders?

Diese Frage konnte Lena Lührmann in ihrer Kindheit und Jugend nicht direkt beantworten und doch spürte sie, dass sie sich von ihrem Umfeld unterschied. Sie war empathischer, spürte schneller, wenn einen anderen etwas belastete. Das machte sie nicht unbedingt zu den „coolsten“ Kids auf dem Pausenhof, wohl aber zu einer Vertrauensperson, an die sich alle gern wendeten, wenn sie ein Problem hatten. Diese besondere Sensibilität, was die ein oder andere Herausforderung mit sich bringt, war in ihrer Jugend kein großes Hindernis wie sie berichtet: „Ich bin jemand, der immer sehr leistungsfähig war, der immer alles durchgeboxt hat, der immer Power
hatte und deswegen bin ich nicht oft angeeckt.”

Warum wurde es so schnell langweilig?

Zu Beginn ihrer Berufslaufbahn hatte Lena das Glück, einen Ausbilder zu haben der mit ihr auch absurdeste Ideen wälzte und umsetzte. „Er hat das nie klein geredet oder gefragt, ob ich denn dies oder jenes bedacht hätte. Sondern im Gegenteil, er ist in Flammen aufgegangen, wenn ich von Ideen erzählt habe. Und wenn er etwas gesagt hat, haben wir Ideen-Ping-Pong gespielt“, erinnert sie sich. Damals ist ihr noch gar nicht bewusst aufgefallen, welche besondere vernetzte Denke sie aus ihrer Hochsensibilität ziehen konnte. Das kam erst später, als sie nach einigen Jahren im Beruf zu einem Emissionshaus für Containerschiff-Kapitalanlagen wechselte. Ihr eigentlicher Aufgabenbereich lag im Eventmanagement, aber immer öfter kamen immer mehr Mitarbeiter auf sie zu, wenn sie nicht weiterwussten. Das hatte nichts mehr mit Veranstaltungen zu tun, aber sie erkannte nach und nach, dass wenn andere keine Lösung fanden oder etwas für unmöglich hielten, sie erst richtig warm wurde. „Und so kam es, dass ich begriffen habe, warum mir nach zwei Jahren immer langweilig wurde und ich wirklich gelitten habe unter der Eintönigkeit meiner Festanstellungen.“

Plötzlich Unternehmerin in Vollzeit

Für Lena war klar, es musste sich etwas verändern, denn jedes Jahr eine neue Stelle antreten, ist schließlich keine Option auf Lebenszeit. Sie kündigte 2010 ihren Job und fokussierte sich auf den Ausbau ihres Großhandels für skandinavische Süßwaren, den sie nebenbei schon ein Jahr betrieb. „Lena… Süßwaren? Ist das dein Ernst? Damit kann man doch kein Geld verdienen! Das probiert man und dann?“, erinnert sie sich an viele Aussagen. Doch diese „Naysayer“ wie sie es so schön sagt, konnten sie nicht aufhalten. Denn sie wusste, dass diese in sehr engen Strukturen lebten und sich überhaupt nicht vorstellen konnten, dass eine wirklich kreative Idee, die anders ist als das was es am Markt gibt, funktionieren könnte. Aber in ihrem näheren Umfeld bekam sie auch viel Unterstützung, die sie und ihren Weg als Unternehmerin bestärkte.  

Ihr kleines Unternehmen wurde zunehmend erfolgreicher, doch wer die Leidenschaft für Neues von Lena Lührmann kennt, der weiß, dass sie gedanklich schon längst wieder weiter war. Doch mit den Jahren und Ideen musste sie auch lernen und verstehen, wie sie wirklich tickt, dass beispielsweise ein für andere Menschen normaler Messebesuch für sie eine Flut an Informationen bedeutet. Neben den Gesprächen fühlt sie auch, wie es dem Gegenüber geht, ob dieser unter Druck steht, Probleme hat, usw. „Das kann einen manchmal überladen und der Arbeitsspeicher im Gehirn braucht mal kurz Zeit, um die Informationsflut abzuarbeiten und zu sortieren.” Sie musste lernen, auf sich selbst zu achten und auch Grenzen zu ziehen. „Den Weg zur Unternehmerin, den musste ich lernen. Ich darf mich über ein echtes Geschenk in Form meiner besonderen Problemlösungsfähigkeit freuen, aber das hat mich noch lange nicht zur Unternehmerin gemacht und das war echt ein harter Weg bis dahin“, erzählt sie.

Und so war es eigentlich nicht geplant, dass Lena Leiterin einer kreativen Unternehmensberatung wird. Aber ihr Ideenreichtum und die Begeisterung trieben sie immer weiter an. Sie stand und steht heute noch immer wieder vor der Herausforderung, dass Menschen einfach nicht verstehen können, was sie eigentlich macht. „Fast immer muss ich mit jemandem persönlich sprechen, bis er versteht, wo er mich im Unternehmen einsetzen kann. Alle kennen Begriffe wie Innovationsmanager, Transformationsmanager oder Ähnliches, aber so richtig anfassbar ist das für viele nicht. Ein Kunde hat es wirklich auf den Punkt gebracht. Er sagte: ‚Lena ist eine kreative Allzweckwaffe´. Und eigentlich ist das genau das, was ich tue. Im aktuellen Businessjargon ist das Wort noch nicht greifbar – bis mein Gegenüber es mal live erlebt hat.”

Besondere Menschen bereichern das Leben

inen großen Anteil daran, dass sie ihr Unternehmen heute so führen kann, wie sie es macht, hat auch ihr damaliger Ausbilder, an den sie sich zurückerinnert: „Im zweiten Lehrjahr hat er mich ein Wahlkampfkonzept für Guido Westerwelle schreiben und durchführen lassen. Und darüber hinaus hat er der ganzen FDP kommuniziert, dass das seine Azubine war und nicht er. Eigentlich ist das völlig unmöglich, niemand würde so etwas tun. Und doch hat er es getan. Ich durfte die Lorbeeren für meine Arbeit selbst ernten.“ Sie braucht das Gefühl, einfach machen zu können, sich in alle Richtungen zu entwickeln und jeder, der sie einmal „hat laufen lassen“ bekommt ein Ergebnis, das ihn mehr als positiv überraschen wird. „Ich denke, ein gutes Stück meines Weges verdanke ich einem Mann, der Female Empowerment schon vor 20 Jahren verstanden und wirklich gelebt hat”, sagt Lena Lührmann, ihr Tonfall ist ein unüberhörbarer Seitenhieb auf die aktuelle Frauenquotendebatte. „Jeder in einer Führungsposition sollte dort hineinwachsen dürfen und nicht erst bei Inkrafttreten von Gesetzesauflagen gefördert werden. Unternehmer oder Führungspersönlichkeit wird niemand von jetzt auf gleich – egal welches Geschlecht – hier gibt es von der Geschäftswelt noch einiges umzuorganisieren.”

Eine Begegnung mit einer starken Frau, die mit der großen Flüchtlingswelle 2015 nach Deutschland kam, bereicherte Lenas Leben nachhaltig. Diese Frau passte verhüllt und mit Kopftuch total ins Klischee der „unterdrückten muslimischen Frau“. „Als ich sie kennenlernte, erzählte ich gleich, was Frauen hier in Deutschland für tolle Rechte, Möglichkeiten und Chancen haben und merkte in dem Moment, dass ich mir selbst in die Tasche lüge, als im Gespräch heraus kam, dass sie im Kopf schon viel freier und losgelöster von gesellschaftlichen Konventionen war als ich. Menschen, die Klischees und Vorurteile sprengen, faszinieren und begeistern mich.“ Gemeinsam mit ihr hat sie eine NGO gegründet. Es kam, dass eine Schule auf sie aufmerksam wurde und eine Lösung für die fehlende Aufgeklärtheit ihrer Schüler zur aktuelle Fluchtwelle wünschte. Eins führte zum anderen: Binnen sechs Stunden wurde ein Vortrag mit Bildern und eine Website aus dem Boden gestampft. Die Schule fand es so toll, dass sie weiteren davon berichtete und letztendlich die Hamburger Schulbehörde allen Schulen empfohlen hatte, das Projekt zu buchen. Es folgten Fernsehauftritte und eine Einladung in den Deutschen Bundestag. Und zwei Jahre später folgten Keynotes zum Thema Corporate Responsibility für Führungskräfte mittelständischer Unternehmen. Mittlerweile sind die beiden zu echten Freundinnen geworden. „Diese Frau hat mir gezeigt, dass hinter allem mehr steckt, als man auf den ersten Blick sieht und genau deshalb suche ich auch im Business zuallererst hinter den Kulissen nach den Ursachen eines Problems und nicht im vermeintlich Offensichtlichen“, erzählt Lena.

Mit dem Feuer der Begeisterung anstecken

Heute beschreibt sich Lena Lührmann als zufriedener und glücklicher. Sie ist viel entspannter geworden und kann mit ihrer Hochsensibilität gut umgehen. Sie verkauft sich nicht mehr unter Wert und weiß, dass sie es nicht mehr recht machen oder jedes Problem zu ihrem machen muss. „Mein Glas ist immer halb voll. Ich bin meistens total optimistisch, positiv, lebensbejahend, super flexibel im Kopf. Mein absoluter Lohn ist, wenn jemand anderes für was, was ich vorschlage, so brennt wie ich. Wenn er sagt, das ist so genial, das macht mir Spaß. Das ist, was mich antreibt, ich möchte wirklich begeistern. Das ist ganz tief drin.“


Lena Lührmann

Wenn frische Ideen jetzt genau das Richtige wären, der Wettbewerb dicht auf den Versen ist, eingetretene Wege verlassen werden müssen oder Innovation im Alltagsgeschäft versandet – braucht es Visionsalive. Sie ist überzeugt, dass die Lösung für die Herausforderungen von Unternehmen bereits im Unternehmen selbst und den Mitarbeitern steckt und ermöglicht mit ihrem Team, inneres Potenzial mit frischen Ideen und Innovationen zu heben. Wer sich Lena Lührmann und ihr Team ins Haus holt, darf unkonventionelle Herangehensweisen, außergewöhnliche Ideen und damit ganz neue Möglichkeiten erwarten. Der Weg dazu führt über Beratung, Problemidentifikation, Herausforderungsanalyse, Potenzialhebeworkshops, Konzeptentwicklung, Umsetzung, Implementierung und Prozessteuerung.

Gerade aus um die Ecke, out of the box, vernetzt und allumfassend – das ist Lena Lührmann.

www.visionsalive.de



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