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In einem Exklusivinterview mit Ben Schulz berichtet Judith Williams persönlich über die Herausforderungen, die es zu meistern galt
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| Judith Williams

 

Ben Schulz: Frau Williams, welche Herausforderungen gab es auf Ihrem beruflichen oder privaten Lebensweg?

Judith Williams: Als Moderatorin im Shopping-Fernsehen hatte ich den Traum, nicht mehr die Produkte anderer zu verkaufen, sondern eine eigene Kosmetiklinie zu entwickeln. Ich musste dafür meinen Job als Moderatorin kündigen, und mein Arbeitgeber hat mir damals deutlich zu verstehen gegeben, dass es kein Zurück gibt. Ich habe dann mein gesamtes Erspartes eingesetzt, um meine erste Kosmetiklinie zu entwickeln und im Fernsehen selbst zu präsentieren. Ich habe alles auf eine Karte gesetzt. Es wurde Gott sei Dank ein Erfolg.

Ben Schulz: Was haben Sie damals gedacht und gefühlt? Was gab Ihnen jeweils Stärke und Halt?

Judith Williams: Nachdem mein Arbeitgeber mir klar gesagt hatte, dass ich nicht in meine Position als Moderatorin zurückkehren könnte, war eins klar: Aufgeben ist keine Option. Natürlich hat mir das auch schlaflose Nächte bereitet, aber es hat mich auch angespornt. Ich hatte einen Traum und wollte ihn unbedingt verwirklichen. Ich verstand zum Beispiel nichts von Buchhaltung, aber es blieb mir gar nichts anderes übrig, als mich intensiv auch mit dieser Materie zu beschäftigen.

Ben Schulz: Gab es einen entscheidenden Wendepunkt in Ihrem Leben, ein Ereignis, durch das sich grundlegend etwas verändert hat?

Judith Williams: Ich wollte eigentlich Opernsängerin werden. Doch kurz vor dem Durchbruch spielte mein Körper nicht mehr mit. Ich musste mich einer Hormontherapie unterziehen und verlor eine Zeitlang meine Stimme. Meine Opernkarriere war von einem Tag auf den anderen beendet, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Natürlich ist damals eine Welt für mich zusammengebrochen. Ich habe mich zu Hause verkrochen, bis mein Vater mein Selbstmitleid nicht mehr ertragen hat und mir klar gesagt hat: „Du hast einen Kopf, zwei Arme, zwei Beine – dann mach etwas anderes.“ Ich habe dann in einem Fitnessclub gejobbt und Eiweißshakes verkauft. Dort habe ich mein Verkaufstalent entdeckt und mich bei einem Shoppingsender beworben. Durch das erste Casting bin ich krachend durchgefallen, aber ich habe nicht aufgegeben. Im zweiten Anlauf hat es dann geklappt.

Ben Schulz: Welche Menschen haben Sie besonders beeinflusst und in welcher Form? Was hat das für Sie bedeutet?

Judith Williams: Meine Eltern haben mich geprägt, wofür ich ihnen heute noch dankbar bin. Mein Vater war Opernsänger. Als Künstlerfamilie hatten wir nie viel Geld, aber was mir mein Vater mitgegeben hat, ist mehr Wert als jeder Reichtum: Selbstdisziplin, die Fähigkeit, ein Ziel aus vollem Herzen zu verfolgen und jedes Mal wieder aufzustehen, wenn man hingefallen ist. Talent für etwas zu haben ist ein Geschenk, aber ohne Disziplin wird auch der Talentierteste langfristig scheitern.

Ben Schulz: Wie haben Sie sich persönlich entwickelt? Was hat sich verändert? Was hat Sie stärker gemacht?

Judith Williams: Als Mutter weiß ich, wie Kinder das Laufen lernen. Sie fallen immer wieder hin, stehen jedes Mal wieder auf und versuchen es erneut, bis sie erfolgreich sind. Auch wenn ich heute in dem Moment einer Niederlage gerne auf das Hinfallen verzichtet hätte, stellte ich fest: Jeder Rückschlag hat mich stärker gemacht.

Ben Schulz: Woran denken Sie, wenn Sie in Ihre Zukunft blicken?

Judith Williams: Jedes Leben ist voller Stolpersteine, aber aus Stolpersteinen kann man auch Treppen bauen, weshalb ich meiner Biographie den Titel „Stolpersteine ins Glück“ gegeben habe. Mit der Corona-Pandemie erleben wir Menschen derzeit eine fordernde und oft frustrierende Zeit. Es gibt Tote, viele Familien verlieren geliebte Angehörige. Gleichzeitig gehen Firmen in Konkurs, viele Menschen bangen um ihre Arbeitsplätze und kämpfen um ihre Existenz. Das Leid ist real, die Lage furchtbar, aber wir können vor dieser Situation nicht fliehen. Wir können uns dieser Situation nur stellen und die Krise auch als Chance begreifen. Vielleicht nutzt der eine oder andere sogar den Lockdown, um seinem Leben eine Wendung zu geben und etwas völlig Neues zu starten. Wie gesagt: Aufgeben ist keine Option.


Judith Williams – Preisträgerin des Personal Brand Award 2021

Judith Williams ist so eine besondere Frau und es ist uns eine große Ehre und Freude, ihr den Personal Brand Award zu überreichen. Einer Frau, die es aus eigener Leidenschaft und Kraft geschafft hat, eine beispielslose Karriere hinzulegen und dabei immer authentisch, echt und nahbar in all ihren Lebensrollen zu bleiben.

Leider konnte der Award nicht persönlich überreicht werden – der Lockdown machte es unmöglich. Aber sehen Sie hier die Übergabe via Zoom-Meeting inklusive eines weiteren exklusiven Interviews mit Judith Williams und Ben Schulz. Erfahren Sie mehr darüber, wie es Judith Williams aus eigener Kraft gelang, zu einem großen Vorbild im Bereich Personal Branding, aber vor allem für Unternehmerinnen zu werden, die ebenfalls vor der Herausforderung stehen, Familie und Karriere harmonisch unter einen Hut zu bekommen.



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