Personenmarke aufbauen oder Shampoo-Flasche vermarkten?

„Hey, ich zeig dir innerhalb von einer halben Stunde, wie deine Positionierung aussieht!“ – Kennen Sie solche Sätze? BeraterInnen, die einem vorgaukeln, eine Positionierung, die in die Tiefe geht, sei in ein paar Minuten gemacht – Bullshit! Vor allem in den letzten Jahren steigt die Zahl derer, die sich mit Personal Branding beschäftigen – und das mit gefährlichem Halbwissen.
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Immer wieder werde ich gefragt: „Mensch Ben, wie baut man eigentlich eine richtige Personenmarke auf?“ Seit über 16 Jahren führte ich, gemeinsam mit meinem Team, mehr als 1.000 Beratungsgespräche durch. Was müssen sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit beachten? Wie werden sie zur Personenmarke? Worauf kommt es also wirklich an?


Step 1: Für die Basis braucht es die passende Strategie

Im Personal Branding gibt es zwei große Bereiche, die beachtet werden müssen. Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein Haus bauen. Der erste Schritt ist der zum Architekten. Gemeinsam mit ihm entwickeln Sie den Entwurf. Er berechnet die Statik, definiert die Gewerke, die benötigt werden usw. Im Anschluss daran erhalten Sie einen Blueprint, sprich den Bauplan. Dieser hilft, ins Operative zu gehen, das Haus zu bauen und fertigzustellen sowie einen Handwerker zu beauftragen – Sie bringen das, was Sie kreiert haben ins Leben. Und so funktioniert es auch im Personal Branding. Leider erlebe ich immer wieder, dass viele loslaufen, bereits irgendwelche Websites programmieren, Fotoshootings machen oder halbgare Texte kreieren, ohne klar zu haben, wohin die Reise gehen wird. Wie beim Hausbau ist es ganz wichtig, den ersten entscheidenden Schritt zu gehen: Sie brauchen eine Strategie, eine Art Bauplan. Beschäftigen Sie sich zuallererst mit allen konzeptionellen Fragen und gehen Sie erst dann an die operative Umsetzung.

Inszenierung und in Szene setzen sind zwei verschiedene paar Schuhe

Draußen im Markt kursiert das Gerücht, dass Inszenierung „alles“ sei – eine gefährliche These. Denn eigentlich ist eine Inszenierung nichts anderes als die Lüge am Kunden. Sprich, Sie inszenieren etwas, ohne dem überhaupt gerecht werden zu können. Und das ist eine Lüge, oder nicht!? Die drei richtigen Worte im Personal Branding nennen sich „in Szene setzen“ – bedeutet, dass Sie sich so zeigen, wie Sie tatsächlich sind. Sie setzen sich selbst so in Szene, dass Sie Ihre Strahlkraft voll entfalten. Wahrscheinlich merken Sie schon jetzt, dass sich Personal Branding ganz anderer Strategien bedient als es im klassischen Produkt-Marketing üblich. Einfach zu schauen, was der Markt fordert und dem gerecht zu werden funktioniert nicht, um eine authentische Personenmarke aufzubauen.

Identität, Persönlichkeit, Werte – darauf kommt es an

Stellen Sie sich wieder ein fertig gebautes Haus vor. In diesem gibt es unterschiedliche Räume. Jeder dieser Räume repräsentiert einen Teil der Identität des Menschen – den Raum der Herkunft, der Werte, der Vision, der Rollen, der Kompetenzen und der Bedürfnisse. Es gibt also die verschiedensten Räume, die es vorab zu betrachten und konkretisieren gilt. Wenn ich einen Menschen zur authentischen Marke mache, dann muss vor allem auf seine Identität geachtet werden, seinen Charakter. Welche Art bringt dieser Mensch mit? Nach welchen Werten lebt er und wie gelingt es, die Einstellungen und Haltungen nach außen zu tragen? Welche Visionen und Ziele hat er vor Augen, wenn er an seine Zukunft denkt? Mit diesen essentiellen Aspekten gelingt es, den Menschen in den Vordergrund zu stellen. Ihn attraktiv zu machen für Menschen, die dieselben Wertvorstellungen leben. Ziel ist es, dass das Gegenüber Vertrauen fasst.

Zukunft braucht Herkunft

Was bringen Sie mit aus Ihrer Herkunft? Welche Kompetenzen haben Sie und welche Erfahrungen konnten Sie in Ihrem Leben bereits sammeln? Wer eine Personenmarke aufbauen möchte, sollte immer nach dem Prinzip „Zukunft braucht Herkunft“ agieren. Denn darin steckt Ihr persönliches Potenzial, Ihre Strahlkraft. Im Personal Branding sollten Sie immer wieder die Frage reflektieren: Was bringen Sie aus der Vergangenheit mit, was in der Gegenwart eingesetzt werden kann, um den Unterschied im Morgen zu machen – das ist der richtige Weg.

Step 2: Die operative Umsetzung bringt die Strategie ins Rollen

Jetzt steht also fest, welche Bausteine Sie mitbringen, um Ihre Personenmarke aufzubauen. Im zweiten Schritt geht es darum, gemeinsam mit erfahrenen Handwerkern, Ihre Personal Brand ins Leben zu bringen. Erst danach fangen Sie damit an, sich mit Social Media, Fotos oder Ihrem individuellen Webdesign auseinanderzusetzen. Genauso auch im Text – erst jetzt macht es Sinn, mit einem Texter zu arbeiten, um die richtigen Worte für Ihre Strategie zu finden. Der Fotograf hilft Ihnen jetzt, Ihr Wertesystem authentisch zu übertragen.

Fazit: Ein Mensch ist keine Shampoo-Flasche

Nochmal – ein Mensch lässt sich nicht wie eine Shampoo-Flasche vermarkten. Sie können die klassischen Marketing-Mechanismen nicht einfach auf eine Personal Brand übertragen. Die Strategien und Entwicklungen sind völlig andere. Seit Anfang letzten Jahres bieten wir gemeinsam mit der HSB-Akademie eine Personal-Branding-Junior und eine Personal-Branding-Senior-Consulting Ausbildung an – sie ermöglicht es, die einzelnen Schritte auch wirklich zu lernen.

Haben Sie selbst Interesse daran, andere mit Ihrem Wirken, Ihrer Person zu unterstützen und die Thematik wirklich zu lernen? Brauchen Sie dieses Learning vielleicht auch einfach für sich selbst? – Dann empfehle ich Ihnen, sich mal eine solche Ausbildung als Möglichkeit durch den Kopf gehen zu lassen.

Gemeinsam mit meinem Team habe ich „Das große Personal Branding Handbuch“ über den Campus Verlag veröffentlicht – 500 Seiten Fachwissen rund um das Thema „der Mensch als Marke“. Hier finden Sie gesammelte Informationen, Strategien und vor allem Erfahrungen aus mehr als 16 Jahren im Personal Branding.

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