Schluss mit billigem Abklatsch! Gestalten Sie mit Personal Branding die Unternehmensnachfolge

Wirft man einen Blick auf die deutsche Unternehmenslandschaft wird schnell klar, dass hier kleine und mittelständische Betriebe dominieren. Der größte Anteil fällt auf Familienunternehmen, die das Rückgrat der Gesellschaft bilden. Ein Grund mehr, sich mit dem Generationswechsel zu beschäftigen, denn bis 2022 steht bei 100.000 Familienunternehmen eine Übergabe an.
Personal branding Unternehmensnachfolge

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Typisch für Familienunternehmen ist eine regionale Verwurzelung und langfristiges Denken in Generationen, ein verantwortungsvoller und respektvoller Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern. Zudem stellen Familienunternehmen mehr als 80% der Ausbildungsstellen.

Schöne heile Welt

Soweit hört sich das alles nach schöner, heiler Welt an, wäre da nicht der Haken, dass das Unternehmen irgendwann den Besitzer wechselt und wenn es schiefläuft dadurch nicht nur an Umsatz, sondern auch an Persönlichkeit und Identität einbüßt. Sehen Sie das Gesicht von Babynahrungsmann Hipp im Fernsehen, wird sofort deutlich, dass Unternehmer für den Markt untrennbar durch ihre Persönlichkeit, ihr Gesicht und ihren Namen mit der Marke, die sie vertreten, verbunden sind. Wer Jochen Schweizer sieht, denkt an Abenteuer, Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und ihr Sohn Georg Schaeffler die Gesichter der Schaeffler-Gruppe, Judith Williams steht für Kosmetik usw. Je authentischer sich der Unternehmer mit seiner Persönlichkeit zeigt, desto mehr haben die Kunden Vertrauen in das Produkt, die Dienstleistung, die Marke. Und die Deutschen sind treue Käufer – Personality sorgt somit für einen Wettbewerbsvorteil.

Sind die Fußspuren zu groß?

Sie sind Führungskraft, Chef und Leitfigur – diese Rolle haben Unternehmer nach innen, nach außen sind Sie die Gallionsfigur des Unternehmens sozusagen die Emily des Rolls Royce. Je offener Sie sich als Personal Brand mit Ihrer Vision und Ihren Werten zeigen, desto vertrauenswürdiger werden Sie empfunden, denn Menschen spüren schnell, wenn etwas inszeniert ist.

Und ist das Märchen noch so schön, kommt irgendwann das Ende… Für Unternehmer ist es der Zeitpunkt, den Staffelstab an die nächste Generation abzugeben. Die nächste Generation sieht dann in der Regel sehr große Fußspuren, die es auszufüllen gilt. Doch der Nachfolger trägt eine andere Schuhgröße, er hat andere Grundsätze, folgt vielleicht einem ganz anderen Lebenskonzept, hat eine eigene Persönlichkeit und Identität. Was dann? Der Nachfolger wirkt so ganz anders als der bisherige Chef. Eine Tatsache, der sowohl der Nachfolger als auch der Unternehmer ins Auge blicken müssen – es gleicht nun mal kein Ei dem anderen. Fatal wäre jedoch jetzt die Übergabe hinauszuzögern und dann mal eben schnell in Angriff zu nehmen mit einem 3-Wochen-Sofortplan. Das ist nicht nur unsinnig, es grenzt schon an unternehmerischen Selbstmord.

Alles wird sich ändern…

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es bei der Nachfolge kein Schema F gibt. Jede Brand ist einzigartig und auch jede Nachfolge wird von einzigartigen Strukturen, Werten und Persönlichkeiten geprägt, weshalb eine individuelle Begleitung erfolgsentscheidend ist. Sich erst kurz vor knapp mit der Planung zu beschäftigen, ist nicht besonders klug, denn ein Generationswechsel hat in viele Richtungen Auswirkungen, die es strategisch klug und vor allem menschlich nahbar aufzufangen gilt. Harte Faktoren sind dabei meist das geringste Problem – rechtliche, steuerliche und finanzielle Änderungen folgen einem bestimmten Ablauf. Die weichen Faktoren hingegen sind die, die über Misslingen oder Erfolg einer Nachfolge entscheiden. 

Wo stehen wir und wo geht die Reise hin

Als Sparringspartner begleitet Ben Schulz sowohl die ältere als auch jüngere Generation in einem Nachfolgeprozess. Er weiß, dass viele Nachfolger sofort mit Ideen um die Ecke kommen und mit Tatendrang loslegen wollen, neue Strategien sollen aufgestellt, neue Konzepte verfolgt werden. Kurzum: eine Rundumerneuerung muss her. Doch hier sagt der Profi ganz klar: Stopp! Zunächst gilt es innzuhalten und den Status Quo zu prüfen. Wo stehen wir heute? Welche Werte, Visionen, Haltungen, Strategien, Methoden, Führungsstile haben das Unternehmen zu dem gemacht, was es heute ist? Es geht darum, respektvoll mit der Historie des Unternehmens und den Entscheidungen der Vergangenheit umzugehen und nicht alles auf einmal über den Haufen zu werfen. Schließlich waren es genau diese Dinge, die den Kundenstamm aufgebaut und die Mitarbeiter überzeugt haben. Wird jetzt alles auf links gedreht, ist das Risiko beides zu verlieren hoch.

Personal Branding für den Nachfolger

Manchmal ist es für Nachfolger nicht einfach die Beine soweit auseinander zu strecken, um den Spagat zwischen Innovation und Tradition hinzubekommen, zwischen Historie, bewährten Konzepten und effizienten, modernen Prozessen. Schließlich möchten sie auch kein billiger Abklatsch des Vorgängers werden, sondern als eigene Persönlichkeit mit einer eigenen Identität dem Unternehmen vorstehen. Jetzt ist die beste Zeit für Personal Branding, denn der Ansatz mit seinen Tools in den Bereichen Strategie, Positionierung und Kommunikation sorgt für eine nachhaltig erfolgreiche Begleitung.

Das Kind mit dem Schnuller soll jetzt mein Chef sein?!

Viele langjährige Mitarbeiter kennen den Nachfolger vielleicht schon von Geburt an – kein Wunder also, dass es Ängste hervorruft, wenn dieser jetzt vom „Windelkacker“ zum Chef wird. Deshalb ist es umso wichtiger sich als Nachfolger zu fragen: Welche Werte sind mir wichtig? Wie sehr unterscheide ich mich von der älteren Generation? Welche Haltung möchte ich als Gallionsfigur einnehmen? Wie möchte ich mich positionieren? Welche Strategien werden beibehalten, welche weiterentwickelt oder ausgetauscht? Bei einem Generationswechsel geht es maßgeblich um den Vertrauenswechsel vom Senior zum Junior. Und das funktioniert nur über eine gute und klare Strategie und eine ehrliche Kommunikation.

Kommunikation ist das A und O

Einen Generationswechsel kann man nicht im stillen Kämmerlein durchziehen. Wir arbeiten mit unserem Team grundsätzlich an zwei unterschiedlichen Kommunikationskonzepten für unsere Kunden: Eine klare, transparente, medial gut aufgemachte Kommunikation nach außen und eine vertrauensbildende Kommunikation nach innen. Teil der Kommunikation ist auch, das bestehende Leitbild zu überarbeiten und die Visionen und Werte des Nachfolgers mit aufzunehmen und diese auch zu leben. Schauspielern fliegt auf und ist der Anfang vom Ende, weshalb es essenziell ist seine eigene Personal Brand aufzubauen. So etwas kann aber nur gelingen, wenn sich die nachfolgende Generation auch schon vor der Übernahme mit dem Unternehmen identifizieren kann. Leidenschaft für das Unternehmen und die Marke empfindet. Der Nachfolger als neue Personal Brand das Unternehmen in die Zukunft bringt.

Hören Sie jetzt den neuen Podcast von Ben Schulz, für noch mehr Infos zum Thema Personal Branding.