Als Personenmarke mit Ecken und Kanten glänzen

Sie sitzen in der ersten Reihe einer Modenschau – im Minutentakt laufen die Models vorbei und irgendwie sehen sie alle gleich aus. Dann jedoch kommt eine Frau um die Ecke, die Sie fasziniert. Eine große Narbe zeichnet ihr Gesicht und so unterscheidet sie sich maßgeblich von den anderen. Dieser vermeintliche Makel macht sie zu etwas Besonderem, verleiht ihr einen Wiederkennungswert – und genau darum geht es auch im Personenmarketing. Nun ist nicht jede Andersartigkeit sofort zu erkennen und doch hat jeder Mensch mit der Kombination aus seiner Herkunft, seiner Identität, seinem Charakter und seinen Werten das Zeug dazu, zur Personenmarke zu werden.


Unsichtbar und austauschbar oder einzigartig und anders?

Aus Angst, mit möglichen Makeln in der Öffentlichkeit zu stehen, verstecken sich viele Menschen, um in der breiten Masse unterzugehen. „Ja nicht anders sein“ heißt das Motto, denn jemand der Kante zeigt, stößt mitunter auch auf Ablehnung. Menschen, die zu echten Personenmarken geworden sind, erfahren natürlich auch an der einen oder anderen Stelle diese Ablehnung, dennoch bleiben sie im Gedächtnis.

Bleibt ein Selbständiger oder Unternehmer mit seinen Produkten und Dienstleistungen austauschbar und unsichtbar, so wird er nie erfolgreich sein. Sie werden nicht gebucht und nicht gefunden, weil sie ihren Kunden keine Kanten geben, an denen diese sich für oder gegen sie entscheiden können. Sie schwimmen unerkannt in einer Suppe aus Gleichen. Echte Menschen, die Personenmarken sind, treten authentisch auf, machen sich nahbar für Kunden und werden so automatisch am Markt sichtbarer.

Aufbau einer Personenmarke

Ziel des Aufbaus einer Personenmarke ist, dass jemand der sich mit Ihrer Branche beschäftigt, unweigerlich auf Sie stößt – ob auf Ihre Website, Fachartikel, Ihre Social-Media-Kanäle und dann hängenbleibt, weil Sie eben anders sind, als die anderen. Das ist natürlich nichts, was mal eben über Nacht geschieht. Wer sich als Personenmarke etablieren möchte, braucht auch etwas Geduld. Wie schnell Sie am Markt sichtbar werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Alleine oder mit Profis?

Hierzu einmal die Frage: Kennen Sie einen Spitzensportler, der ganz ohne Trainer erfolgreich geworden ist? Ad hoc wird Ihnen wahrscheinlich niemand einfallen. Ganz ohne die Hilfe von Profis ist der Weg zur Personenmarke einer langer und harter. Vielleicht wissen Sie, wie man eine Website programmiert und haben einen Fotografen an der Hand. Doch wie soll Ihr Logo aussehen, dass unmittelbar in Zusammenhang mit Ihrer Personenmarke steht? Oder wie soll der Text auf Ihrer Website aussehen, um Sie als Personenmarke in den Vordergrund zu stellen? Sie sehen schon, mit dem richtigen Partner an der Seite, wird es einfacher.

Aktiv oder passiv?

Auch hier wieder ein Beispiel. Sie sehen einen prominenten Schauspieler in der Stadt, den Sie bewundern. Er ist gut drauf, posiert mit Fans für Fotos und schreibt Autogramme – er ist also offensichtlich nicht ganz privat unterwegs und hat nichts dagegen angesprochen zu werden. Sie laufen vorbei. Das war´s! Vielleicht ärgern Sie sich hinterher, nicht aktiv geworden zu sein, denn schließlich wird dieser Schauspieler nicht auf Sie zukommen. Ähnlich verhalten sich auch Ihre Kunden. Wer glaubt, dass diese ganz alleine auf einen zukommen, irrt. Deshalb gilt beim Aufbau einer Personenmarke: seien Sie aktiv, sowohl auf Social Media und Ihrer Website als auch im Vertrieb. Denn nur wer sich aktiv sichtbar macht, wird auch gesehen.

Polarisieren oder everybody´s Darling?  

Wie schon angesprochen, werden Sie, wenn Sie als Personenmarke auftreten, nicht immer von allen gemocht. Denn wenn Sie Ihre Personality in Szene setzen, dann gibt es auch Menschen, denen das nicht gefällt und sei es nur, dass Sie über Ihre Frisur oder Ihren Kleidungsstil herziehen. Den Gedanken, es allen recht machen zu wollen und so möglichst viele Kunden zu gewinnen, müssen Sie, wenn Sie eine Personenmarke aufbauen, ein für alle Mal ablegen. Tun Sie dies nicht, wird es ein extrem langer, anstrengender und von wenig Erfolg gekrönter Weg zur Personenmarke. Zeigen Sie dagegen offen Ecken und Kanten, werden Sie zwar polarisieren, aber am Ende die Kunden bekommen, die Sie wollen.

Ihr Big Picture – Ihr Ziel

Wollen Sie sich beispielsweise als Top-Experte auf dem Markt etablieren? Wollen Sie Ansprechpartner Nr. 1 sein, wenn es um XY geht? Wollen Sie die Welt mit Ihren Dienstleistungen und Produkten ein Stück besser machen? Überlegen Sie sich, was mit Ihnen als Personenmarke in Verbindung gebracht werden soll. Wer sich als Personenmarke etablieren will, sollte also zunächst einmal groß denken, ein Big Picture entwerfen, dass das Gesamtziel darstellt und dann auf Zwischenziele heruntergebrochen werden kann.


Ihre Personenmarke – wer steht dahinter?

Wird Ihnen die Frage gestellt: „Wofür stehen Sie?“ dann sollten Sie auch darauf eine Antwort parat haben. Also überlegen Sie im Vorfeld, was Sie als Personenmarke auszeichnet. Worin liegen Ihre Stärken? Welche Werte sind Ihnen wichtig und was zeichnet Sie ganz persönlich aus und hebt Sie von Wettbewerbern ab?

Wen möchte ich eigentlich erreichen?

An wen genau soll sich Ihre Personenmarke richten? Wollen Sie Top Führungskräfte in Konzernen ansprechen oder doch lieber die Abteilungsleiter im Mittelstand? Ihre Personenmarke sollte sich natürlich auch an Ihrer Zielgruppe orientieren und diese ansprechen. Aber tappen Sie hier nicht die Falle. Denn wenn Sie sich entgegen Ihrer Identität für die Zielgruppe verbiegen und etwas versprechen, was Sie nicht halten können, verlieren Sie am Ende mehr als Sie gewinnen.

Wo ist meine Zielgruppe unterwegs?

Stundenlang schon beschäftigen Sie sich mit der perfekten Auswahl von Fotos für Ihren Instagram-Account. Hier noch ein Filter, da noch eine kleine Retusche, dann ein aussagekräftiger Text und natürlich Hashtags. Und dann: Nur zwei Likes … wie enttäuschend. Sie haben zwar Ihre Zielgruppe identifiziert aber jetzt müssen Sie diese mit Ihrer Personenmarke auch erreichen. Überlegen Sie also, wo sich Ihre Zielgruppe bevorzugt aufhält. Es lohnt sich, auch hier den Blick über den Tellerrand zu wagen und zum Beispiel in Foren aktiv zu werden.  

Als Personenmarke ganzheitlich auftreten

Im Januar 2020 gab es 1.744.517.326 Websites! Lassen Sie sich diese Zahl einmal auf der Zunge zergehen und fragen Sie sich, wie viele Websites Sie täglich, monatlich oder jährlich besuchen. Gar nicht so einfach, oder? Doch warum bleiben wir bei manchen länger hängen als bei anderen? Dies geschieht oft, wenn diese ein stimmiges Gesamtkonzept aufweisen. Als Personal Brand oder Personenmarke ist es also wichtig, gleich auf den ersten Blick zu überzeugen. Wie kann das gelingen? Indem sich Logo, Text, Design und Fotos zusammenfügen und Sie als Personenmarke voranstellen.

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