Selbstmarketing – der Mensch als Marke

Selbstmarketing steht, wie der Name schon sagt, für die Selbstvermarktung und Markenbildung rund um eine Person. Wer jetzt denkt, dass das nur für Promis oder Sternchen gilt, die regelmäßig in diversen TV-Formaten Selbstmarketing betreiben, der irrt. Auch für Selbstständige und Unternehmer wird Selbstmarketing immer wichtiger.    

Wer sich von Wettbewerbern unterscheiden und eine eigene Marke aufbauen will, der sollte in jedem Fall auf Selbstmarketing setzen. Dabei ist darauf zu achten, sich kein „Spaßimage“ zu kreieren, was vielleicht bei Promis noch ganz nett sein mag, sondern viel mehr sich selbst in Szene zu setzen, anstatt sich zu inszenieren wie ein Theaterstück.


Alles mitmachen – alles gewinnen?

Gelungenes Selbstmarketing zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass man sich bewusst wird, dass hier kein „seelenloses“ Produkt vermarktet werden soll, das sich je nach Kundenwünschen verbiegen lässt, sondern ein Mensch mit eigener Identität und Persönlichkeit. Das bedeutet, es ist nicht möglich, Menschen nach äußeren Faktoren zu formen wie ein Produkt. Sie bringen ihre Persönlichkeit schon mit. Wenn ein Mensch nicht extrovertiert, draufgängerisch oder schüchtern ist, wird er es auch nicht – daran kann keine Marketingkampagne etwas ändern. Beim Planen von Selbstmarketing Maßnahmen ist es deshalb essenziell, nur das zu wählen, was wirklich zu einem selbst passt und artgerecht ist. Zurzeit sind beispielsweise Videos in allen Variationen gefragt, deshalb raten Agenturen ihren Kunden, Videos zu veröffentlichen. Nur stehen nicht alle Menschen gern vor der Kamera. Das Schlimme an Videos ist noch dazu: Es ist zu hören und zu sehen, wenn Menschen sich unwohl fühlen. Zwar gibt es immer einen Spielraum das zu trainieren, aber dennoch gilt im Selbstmarketing die Stärken des Menschen zu betonen. Schreiben Sie gerne oder sind Sie besser im Sprechen? Je nachdem sollte die Wahl dann auf ein passendes Kommunikationsmittel wie einen Blog oder Podcast fallen. Wer allen Trends hinterherjagt, gewinnt am Ende nichts, sondern verliert sogar noch.

Selbstmarketing heißt sich selbst treu bleiben, aber weiterentwickeln

Als Person selbst zur Marke zu werden ist die eine Herausforderung, eine zu bleiben steht auf einem anderen Blatt. Selbstmarketing bedeutet sich selbst treu zu bleiben und anderseits das eigene Handeln immer wieder zu hinterfragen. Es gibt keine Strategie, die 30 Jahre lang unverändert funktionieren kann. Gleichzeitig darf man sich nicht zu weit von der eigenen Marke entfernen, sonst verliert man an Glaubwürdigkeit und Akzeptanz.

Vielmehr sollte die eigene Ausrichtung immer wieder an die sich verändernden Gegebenheiten angepasst werden. Doch wie stellt man fest, wann eine Aktualisierung fällig ist? Man nimmt den Standpunkt des Kunden und hinterfragt aus diesem Blickwinkel, ob das eigene Thema noch relevant ist. Fakt ist nämlich, dass die Welt sich weiterdreht und Kunden ihre Sicht auf Themen verändern. Spielen plötzlich Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein eine größere Rolle, so ist es vielleicht notwendig sich den Gegebenheiten anzupassen.

Im Selbstmarketing müssen außen und innen zusammenpassen

Bestimmt jeder von uns hat schon einmal den Satz gesagt „Den oder Die habe ich mir ganz anders vorgestellt.“ Was so banal klingt, gleicht im Selbstmarketing einem Todesstoß. Jemand besucht zum Beispiel Ihre Website und sieht dort einen schicken Mann im Anzug, der in seinen Texten vermittelt, dass er selbstbewusst ist und Dinge gerne beim Namen nennt. Das hat bei einem potenziellen Kunden erstes Interesse geweckt. Soweit hat das Selbstmarketing hier wunderbar funktioniert. Doch was passiert, wenn dann zu einem ersten Termin ein schüchterner Mann in legerer Kleidung erscheint? Das hat sich der Kunde anders vorgestellt und wird diesen Mann mit Sicherheit nicht buchen. Die Inszenierung von außen war also nichts mehr als eine schicke Fassade, die nicht das gehalten hat, was versprochen wurde. Wichtig zu wissen ist, dass diese Differenz nicht unentdeckt bleiben kann, sie wird früher oder später offensichtlich. Auf Selbstmarketing bezogen bedeutet das, dass jeder, der sich in der Außendarstellung auf den Faktor Inszenierung konzentriert, die eigenen Kunden täuscht. Wer inszeniert, betrügt den Kunden. Und wer sich vornimmt zu inszenieren – also Dinge bewusst vortäuscht, von denen er weiß, dass er sie nicht halten kann – begeht vorsätzliche Täuschung.


Menschen gehen Geschäfte mit Menschen ein

Menschen machen nur Geschäfte mit Menschen, denen Sie vertrauen. Das heißt, wenn Menschen sich im Selbstmarketing eine schöne Fassade aufgebaut haben, ist das das Erste, was ein potenzieller Kunde zu sehen bekommt. Jedes Wort, jedes Bild, jede Farbe beeinflusst die Assoziationen, die dieser Kunde damit verbindet. Und wenn ihm gefällt, was er sieht, wird er sich an Sie wenden. Wenn Sie nicht dem entsprechen, was der Kunde mit Ihnen assoziiert, findet eine Irritation statt. Das ist nicht einmal unbedingt ein bewusster Vorgang, den der Kunde versprachlichen könnte. Es ist allein das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Und das verunsichert. Es führt dazu, dass kein Vertrauen aufgebaut wird, was wiederum zur Folge hat, dass Kunden dann doch nicht buchen.

Unternehmerisch ist es fatal, wenn auffliegt, dass Sie nicht halten können, was Sie versprochen haben. Es gibt dann zwei Möglichkeiten: Entweder werden Sie viel Zeit und Energie brauchen, um diese Blockade bei Ihren Kunden aufzulösen oder um Ihre Fassade aufrecht zu erhalten. Fakt ist, das kostet Unmengen an Ressourcen. Bedenken Sie also, dass Täuschung langfristig noch nie jemandem genützt hat und Ihnen unternehmerisch das Genick brechen kann. Wer erfolgreich Selbstmarketing betreiben will, sollte deshalb von Anfang an darauf setzen, sich authentisch und nahbar zu präsentieren – so klappt es auch mit den Kunden.

Möchten Sie noch mehr zu diesem Thema erfahren? Dann empfehlen wir „Das große Personal Branding Handbuch.“ Hier erfahren Sie alles rund um Personal Branding und Selbstvermarktung.


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