Authentisch sein als Speaker

Neulich auf einer Veranstaltung mit mehreren Speakern: Eine Dame wurde als professionelle Speakerin angekündigt zum Thema Körpersprache. Sie begann ihre Performance und mit jeder fortscheitenden Minute konnte man beobachten, wie das Erstaunen der Zuschauer wuchs. Natürlich war ihr Thema prädestiniert dafür, eine interessante Darbietung zu zeigen, die alles andere als langweilig ist. Doch führte ihre Performance zu übertrieben aufgesetzter Mimik und Gestik, die eher erschreckte, als dass sie den Zuhörern neue Impulse und Ideen zum Thema liefern könnte. Das Ergebnis kam wie erwartet: Sie erntete einen politisch korrekten Applaus.


Authentisch vs. aufgesetzt

Direkt im Anschluss betrat ein bodenständig wirkender Herr die Bühne. Er kam in schlichten Jeans und Karohemd. So nahm er seinen Platz auf der Bühne ein und begann seinen Vortrag mit einem starken bayerischen Akzent. Während seiner gesamten Darbietung verlagerte er höchstens mal das Gewicht von einem Bein auf andere, ansonsten bewegte er sich kaum von der Stelle. Er stand ganz ruhig da und erzählte und erzählte und erzählte. Im Saal war es mucksmäuschenstill. Keiner rührte sich. Alle hörten gebannt zu – und das trotz seines heftigen Akzents. Und wissen Sie was? Er bekam am Ende tosenden Applaus und Standing Ovations.

Warum?

Wirken mit dem wahren Ich

Das ist schnell erklärt: Der Mann war einfach »er selbst«. Deshalb hat ihm auch jeder abgenommen, was er in seinen 30 Minuten auf der Bühne von sich gegeben hatte. Die Dame vor ihm dagegen kam rüber wie eine Kunstfigur. Sie wirkte einfach nicht echt, sodass alles, was sie dort oben präsentierte, komplett an Glaubwürdigkeit verloren hat.

Fazit: Ihr müsst authentisch sein als Speaker. Das ganze Professionelle, Aufgesetzte bringt nichts. Es wird viel zu schnell durchschaut. Oder um es mit den Worten von Leo Bigger zu sagen: „Wenn du nicht der »du« bist, wer ist dann der »du«?“

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