Mitarbeitermotivation

Die Richtigen nicht nur finden – sondern auch binden!


Das A und O einer funktionierenden Unternehmenskultur ist der sogenannte „Employer Happiness Index“. Nicht Prestige, Image und Auszeichnungen entscheiden darüber, wie beliebt ein Arbeitgeber ist, sondern einzig und allein eine Unternehmenskultur, die am Wohl der Mitarbeiter orientiert ist.

Die Fakten

Der Job sichert den Lebensunterhalt. Nicht mehr und nicht weniger. So sehen viele Beschäftigte in Deutschland ihren Arbeitsplatz. Knapp ein Drittel hat sogar schon innerlich gekündigt, so fand im letzten Jahr eine Gallup-Studie heraus. Vielen Mitarbeitern ist der Job schlichtweg egal. Nur jeder zehnte Mitarbeiter in deutschen Firmen, so die Markt- und Meinungsforscher von Ipsos, seien stolz auf ihre Arbeit und identifizieren sich mit dem Arbeitgeber. Nur in Italien sei der Wert noch schlechter. Befragt wurden Arbeitnehmer in Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Italien und Großbritannien.

Das wirft nicht nur ein schlechtes Bild auf deutsche Arbeitgeber, sondern richtet auch einen immensen wirtschaftlichen Schaden an. Diesen schätzt das Gallup-Institut auf jährlich bis 124 Milliarden Euro. Wie also schafft man es, die richtigen Mitarbeiter zu finden und diese langfristig zu binden? Wichtiger als das Gehalt sei laut der Studie ein kollegiales Arbeitsklima und eine Sinnerfüllung beim Job. Schlechtes Klima oder eine schlechte Führungskraft seien hingegen die häufigsten Gründe für einen Jobwechsel.

Das Social Web

und die eigenen Ex-Mitarbeiter nicht unterschätzen Die Antwort ist eindeutig: In einer aktuellen Umfrage der XING AG unter 532 Angestellten im deutschsprachigen Raum zeigt sich, dass neun von zehn (90 Prozent) Arbeitnehmer bei der Jobsuche Informationen und Meinungen von Mitarbeitern wertvoller finden als die von offiziellen Karriereseiten der Unternehmen. Das hat XING zum Anlass genommen, die Stellenanzeige neu zu erfinden. Neu ist beispielsweise, dass jeder Jobsuchende auf Stellenanzeigen sofort die Bewertungen von kununu sieht, der größten Arbeitgeberbewertungsplattform im deutschsprachigen Raum. Auf einer Skala von 1 bis 5 erfährt der Jobinteressent unmittelbar, wie aktuelle und ehemalige Mitarbeiter die Arbeitgeberqualität ausgehend von Kriterien wie Arbeitsatmosphäre, Vorgesetztenverhalten oder Work-Life-Balance eingestuft haben. Hier punkten Arbeitgeber, deren Mitarbeiter sich rundum wohlfühlen.

Das Internet kann dabei natürlich auch sehr unbehagliche Informationen zu Tage fördern. Wer spricht wie über Sie bei Facebook? Wurden vielleicht Kommentare zu Presseartikeln abgegeben, von denen Sie nichts wissen und diese mitunter negative Kritik auch auf Facebook oder Twitter von Ihren Mitarbeitern veröffentlicht? Hier helfen Social Media Guidelines, die Grenzen festzuhalten, in denen sich Mitarbeiter bewegen sollten.

Doch auch Ex-Mitarbeiter können eine entscheidende Rolle spielen. Wie verlassen diese Ihr Unternehmen? Und vor allem warum? Von Mitarbeitern, die wegen privater Gründe – zum Beispiel aufgrund eines Umzugs – das Unternehmen verlassen, haben Sie nichts zu befürchten. Doch was ist mit Mitarbeitern, die aufgrund von den Wertevorstellungen des Unternehmens, mangelnden Führungsqualitäten oder schlechter interner Kommunikation das Unternehmen verlassen? Sie werden wohl kaum Empfehlungen aussprechen. Vielleicht geben Sie auf kununu sogar eine Bewertung ab, werden von Suchenden bei XING angesprochen oder verbreiten ihre ehrliche Meinung auf Facebook. Und gerade auf Facebook ist diese Meinung unter Umständen nicht nur für die Freunde des Ex-Mitarbeiters zugänglich, sondern für die breite Öffentlichkeit. Hat dieser Mitarbeiter seine (Ex-)Arbeitsstelle im Profil angegeben, so lässt sich schnell schließen, um welche Firma es sich handelt.

Mitarbeiter als Markenbotschafter

Ihre Mitarbeiter sind Ihr höchstes Gut. Sie strahlen Ihre Marke nach außen. Sie wirken auf Kunden, genauso wie auf potentielle Mitarbeiter oder die Öffentlichkeit. Was sie sagen oder tun, kann Sie erfolgreich machen oder Ihnen schaden. Deshalb ist es unabdingbar, dass Sie wissen wofür Sie und Ihre Marke stehen, damit Ihre Mitarbeiter es verstehen und leben können.

  1. Seien Sie Vorbild
  2. Setzen Sie klare Ziele
  3. Seien Sie selbst Coach und für Ihre Mitarbeiter da
  4. Lassen Sie mitreden (70 % finden, dass ihre Chefs zu viele Entscheidungen treffen, ohne die MA mit einzubeziehen)
  5. Gewähren Sie Freiheiten (76 % der 18-25-jährigen erwarten flexible Arbeitszeiten, 73 % wollen mobil arbeiten)
  6. Seien Sie konsequent
  7. Hören Sie zu
  8. Schätzen Sie Leistung wert (66 % aller Arbeitnehmer machen Dienst nach Vorschrift)
  9. Lassen Sie Fehler zu
  10. Ertragen Sie die Wahrheit (57 % der Chefs können laut Mitarbeitereinschätzung keine Fehler zugeben)

Sie wissen nicht, wie Sie als Führungskraft wirken oder wie Sie die interne Kommunikation verbessern können? Sie wollen ihre Mitarbeiter nicht nur mit Lohn motivieren, sondern die eigenen Strukturen so aufstellen, dass die Menschen in Ihrem Unternehmen sich wohlfühlen? werdewelt hilft Ihnen, Ihre Mitarbeiter zu echten Markenbotschaftern zu machen! Mehr erfahren >>

Quellen für diesen Artikel: sueddeutsche.de; Rettig, „Können Sie Chef?“ in: Wirtschaftswoche; XING.de

 

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