QR-Codes – ja oder nein?

Über den Sinn und Unsinn von QR-Codes


QR-Codes sind mittlerweile ein oft gesehenes und begehrtes Marketing-Tool. Zumindest auf der Seite des Marketings... aber wie sieht es eigentlich mit den Nutzern aus? Was sollte ein QR-Code mitbringen und wann sollte man lieber auf ihn verzichten?

FLEXIBEL EINSETZBAR

Grundsätzlich kann man einen QR-Code auf jedes beliebige Produkt setzen. Egal ob Bierglas, Keks, Imagebroschüre, Plakat, Blumentopf oder – wenn man das möchte – ihn sich sogar tätowieren lassen. Doch Vorsicht! Nur weil man einen QR-Code mit wenig Aufwand erstellen und auf fast alles drucken kann, bedeutet das nicht, dass er auch immer sinnvoll ist.

BEVOR SIE SICH DAFÜR ENTSCHEIDEN, EINEN QR-CODE EINZUSETZEN, STELLEN SIE SICH FOLGENDE FRAGEN:

  1. Wer ist meine Zielgruppe?
  2. Hat diese Zielgruppe vielleicht die Hürde „Technik“ zu überwinden? Wissen die Personen, die Sie ansprechen wollen, wie man einen QR-Code-Reader herunter lädt und wie man diesen nutzt?

    Eine etwas ältere Studie (aus 2011) der US-Marketing Agentur Archival, die an 24 amerikanischen Hochschulen mit etwas über 500 Studenten durchgeführt wurde, brachte das sehr überraschende Ergebnis zutage, dass nur rund 22 % aller befragten Studenten bei einem Test einen QR-Code überhaupt erfolgreich scannen konnten. Bei den verbleibenden 78 % splittet sich das Ergebnis auf ernüchternde Aussagen wie: „versucht, aber aufgegeben“, „dachte fotografieren würde einscannen“, „wollte App nicht herunterladen“ oder „dauert zu lang“. (weitblicker.com)

    Das Positive: Deutschland ist auf Platz 1 in der Anzahl der QR-Code Scans in Europa. Das sagt eine Studie von ComScore. In Deutschland scannen 18,6 % der Smartphone-Besitzer QR-Codes, gefolgt von Spanien mit 16 % und Frankreich, Italien und UK mit 11-12 %. Insgesamt hat sich die Anzahl der gescannten QR-Codes in Europa von 2011 auf 2012 um 96 % gesteigert. Es scannen also fast doppelt so viele Menschen die 2D-Barcodes und die Tendenz dieser Entwicklung steigt weiter. (liveqr.de)

  3. Welcher Mehrwert steckt hinter dem QR-Code? Eine einfache Internetadresse, die der User möglicherweise schneller selbst eingegeben hat? Dann lassen Sie es! Eine Website, die nicht mobilfähig ist und die mit jeder Menge Scrollen und Zoomen den User verärgert, als tiefergehend informiert? Dann lassen Sie es ebenso! Unterschätzen Sie Ihre Zielgruppe nicht! Wer sich die Mühe macht, einen QR-Code einzuscannen, erwartet mehr als die Homepage des Unternehmens oder eine Microsite (kleine, eigenständige Website zu einem Produkt, Event etc.), die die gleichen Informationen hergibt wie die Broschüre, aus welcher der QR-Code stammt.
  4. Setzen Sie bloße Weblinks ein? Noch mal: Verzichten Sie auf bloße Weblinks. Enttäuschen Sie Ihre Zielgruppe nicht!
  5. Ist Ihre Zielseite für mobile Endgeräte optimiert?

TIPPS FÜR EINE SINNVOLLE NUTZUNG VON QR-CODES

  • Nutzen Sie den QR-Code beispielsweise für Gewinnspiele, an denen Sie messen können, wie viele User an der Aktion teilgenommen haben.
  • Oder für Rabatte und Aktionen, die nur über den QR-Code erreichbar sind.
  • Eine weitere gute Idee ist es, den QR-Code auf einer Visitenkarte aufzudrucken. Dieser überträgt alle Kontaktdaten direkt auf das Smartphone des Users und er muss lediglich auf speichern drücken, anstatt die Daten händisch einzutragen.
  • Behandeln Sie Ihre User wie VIPs: Mit dem Versprechen eines exklusiven Angebots oder besonderer Informationen scannt der Nutzer gern.
  • Nutzen Sie den QR-Code, um Kunden, die Ihnen einen Besuch abstatten, Ihr WLAN-Passwort zur Verfügung zu stellen.
  • Der QR-Code kann außerdem Texte für SMS, E-Mails oder einen Tweet übermitteln, die der Nutzer nur noch abschicken muss.
  • Messeeinladung oder Events: Geben Sie Ihren Usern die Möglichkeit, per QR-Code den Termin in ihrem Smartphone zu speichern.
  • Benutzen Sie für lange Links einen Linkkürzer wie bit.ly – hierüber können Sie außerdem sehen, wie viele Leute den Link genutzt haben.
  • QR-Codes müssen nicht schwarz-weiß sein: Sie können sogar bis zu 30 % „zerstört“ sein und ist trotzdem lesbar. Das heißt, Sie können Bilder, Farben oder Ihr Logo einbauen, um einen Wiedererkennungswert zu schaffen.
  • TESTEN, TESTEN und abermals TESTEN: Seien Sie sicher, dass der QR-Code funktioniert und auf die richtige Seite verlinkt.

Und hier eine tolle Idee, die TESCO (Supermarktkette) mittels QR-Codes in Südkorea umgesetzt hat: 

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