Raviolität – Benjamin Schulz im Interview

Im Interview mit Klaus Wenderoth


Herr Schulz, in Ihrem Buch geht es auch und besonders um Mut. Fehlt uns allen, viel zu oft der Mut, zur eigenen Identität zu stehen?

Wenn man weiß, dass man an etwas stoßen könnte, das man nicht kennt, schürt das immer zuerst mal Unbehagen. Der bequeme Weg wäre, sich dem erst gar nicht zu stellen – und diesen Weg wählen viele Menschen.

Wenn ich mich aber entscheide, mich mit dem Unbekannten auseinanderzusetzen, kann ich an Dinge stoßen, die mit mir zu tun haben. Dazu braucht es schon eine gehörige Portion Mut, denn ich weiß nicht, was mir dort begegnet. Ich weiß im Vorhinein nicht, wie mein Umfeld auf mich oder das was ich tue reagiert. Dafür bedarf es einer Klärung.

Ihr Buch wirkt im positiven Sinne distanzlos. Sie schreiben über Persönliches aus Ihrem Leben. Macht Sie diese teilweise entwaffnende Offenheit nicht auch angreifbar?

Sicherlich ist das so, dass ich mich öffne und damit angreifbar werde. Allerdings wäre es für mich ein Paradoxon, ein Buch über Identität zu schreiben und dann nichts von mir preiszugeben. Dass ich das im Buch tue, macht mich nahbar und die Leser können sich mit dem, worüber ich in meinem Buch spreche, identifizieren.

Sie selbst sollen den Mut bekommen, sich zu offenbaren. Darüber hinaus hat Schwächen zugeben nichts damit zu tun, angreifbar zu sein. Wenn man sich die ganzen Heldengeschichten anschaut, wird klar: Alle haben einen Punkt, der sie verwundbar macht. Siegfried mit dem Blatt an der Schulter, oder Simson, der seine Bärenkräfte durch das Abschneiden seiner Haare verlor.

Schwächen zugeben und damit offen umgehen ist eigentliche eine Stärke. Dazu kann ich Ihnen kurz eine beeindruckende Story aus dem reellen Leben erzählen: Ein Freund von mir – Legastheniker – hat sich einmal auf einen hohen Job beworben.

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