Von der Idee im Kopf zum eigenen Buch

Ein eigenes Buch rausbringen ... was für eine coole Sache. In der Tat ist es wirklich so, dass man ab einem bestimmten Status an Bekanntheit ein Buch als weitere Reputation schlichtweg braucht. Doch ist es nicht ganz einfach, mit einer Idee im Kopf auch am Ende im Katalog eines Verlags zu landen. Hier braucht’s ein gutes Konzept, mit dem der Bedarf des Markts gedeckt und etwaige Konkurrenzwerke übertrumpft werden. Und da ist richtig gute Vorbereitung gefragt.

Zahlen aus dem Publikationsmarkt
Schauen wir uns mal an, wie es auf dem Publikationsmarkt aussieht: Pro Jahr gibt es im Schnitt 76.000 Neuerscheinungen. Ca. 5.500 davon fallen allein in die Rubrik »Wirtschaft«. Der größte Buchumsatz liegt mit 48% im Buchhandel, nicht etwa Online, denn der liegt bei 17,4%. Vom gesamten Buchumsatzmarkt fallen 92% auf echte Bücher, 4% auf eBooks und 3% auf Audio. Das lässt erkennen, dass die digitale Welt der Bücher gar nicht so viel weggenommen hat, wie das ursprünglich mal als Befürchtung im Raum stand. Es ist also ersichtlich: Der Bedarf nach »echten« Büchern ist nach wie vor groß. Jetzt gilt es, das eigene Buchkonzept zu entwickeln und Verlagen schmackhaft zu machen.

Das Exposé: die Eintrittskarte zum Verlag
Ein Verlag bekommt zig Exposés – jeden Tag. Dass da die Gefahr groß ist, gleich auf dem Stapel »uninteressant« zu landen, erklärt sich damit von selbst. Es gibt jedoch eine Art Fahrplan von Inhalten, die ein Exposé auf jeden Fall beinhalten sollte, um in der Vorauswahl auf dem anderen Stapel zu landen.

Muss-Inhalte eines Exposés

Thema: Passt das Thema ins Verlagsprogramm? Passt das Thema in den Markt und zur Zielgruppe? Hat das Thema eine aktuelle Relevanz?
Titel & Inhalt: Ist die Titel-Idee ein »Catcher« – also dramatisiert er, polarisiert er oder provoziert er womöglich? Ist der Inhalt verständlich? Gibt es einen besonderen Schreibstil wie beispielsweise Dialogform oder Randbemerkungen etc.?
Relevanz: Hat der Inhalt eine aktuelle Relevanz? Welche Bedeutung, Aussage, Statement, Haltung oder Attraktivität stehen dahinter?
Autor: Besitzt der Autor Expertise? Welche Positionierung hat er? Inwieweit engagiert er sich selbst für die Vermarktung? Hat er weitere bereits veröffentlichte Werke?
Wettbewerb: Wir sieht die Wettbewerbssituation zur Thematik aus? Gibt es eventuell bereits ähnliche Titel im Verlag?
Vertriebskanäle: Wird der Autor selbst auch sein Buch vermarkten? Kommen für ihn Vertriebskanäle wie z.B. Lesungen oder Veranstaltungen infrage? Wird der Autor auch andere professionelle Kommunikationsmaßnahmen planen wir beispielsweise PR- oder Social Media-Aktionen, Podcasts, Vorträge etc.?
Textauszug: Nach all den Fakten muss jetzt auch »Butter bei die Fische«: Mit dem Textauszug, der im Schnitt vier DIN-A4-Seiten nicht überschreiten sollte, macht sich der Redakteur ein Bild über den Inhalt und den Stil und entscheidet, ob das Buch das Zeug dazu haben wird, im Katalog aufgenommen zu werden.

Aus all diesen Informationen, die ein Exposé beinhalten muss, schätzt die Redaktion eines Verlags die Verkaufschancen ab. Wenn das Ganze interessant klingt und auch noch ansprechend aufbereitet ist – sprich gelayoutet ist – kann man schon einen Fuß in der Tür haben oder direkt den Zuschlag erhalten. Bis zur Vertragsausarbeitung ist es dann nur noch ein kleiner Schritt.

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