Wie werden Leitbilder menschlich?

Wir von der werdewelt swiss setzen uns jeden Tag damit auseinander, was Menschen einzigartig macht – denn erst, wenn wir diesen Diamanten, den jeder in sich trägt, gefunden, ausgegraben, geputzt und zum Glänzen gebracht haben, ist Personal Branding mehr als nur ein Lippenbekenntnis – es wird zum Erfolgsgeheimnis.

Was wir immer wieder feststellen ist: Unternehmen können extrem von dem Ansatz des Personal Brandings profitieren. Denn: Jedes Unternehmen hat einen bestimmten Ansatz und weiß, welche Produkte es vertreibt, wie es diese am besten an den Markt bringt, welche Standards gelten, welche Kundenerwartungen es gibt und wie es auf Kunden wirken will – das sogenannte Leitbild.

Es ist sozusagen die Quintessenz von allem was in und um das Unternehmen passiert. Übersetzt wird dieses heutzutage „noch“ in Standards, beispielsweise, wie mit Kunden umgegangen werden soll. Runterprojiziert auf das, was dann tatsächlich zwischen Mitarbeiter und Kunde passiert, bleibt meiner Erfahrung nach meist von dem Leitbild nicht viel übrig, so als würde es bis dahin durch zu viele Netze gesiebt.

Deshalb unterstützen wir Unternehmen darin, ihre Leitbilder erlebbar zu machen, was keine einfache Aufgabe ist, denn es bedeutet: weg von Standards, hin zur Individualität. Standards werden gerne eingesetzt, denn sie sind kontrollierbar und es fällt deshalb leichter, eine durchgehende Qualität zu gewährleisten. Um Standards herum hat sich deshalb schon eine komplette Industrie gebildet, die dafür Sorge trägt, dass diese auch eingehalten werden.

In meiner Arbeit mit Unternehmen möchte ich dazu animieren, dem Kunden eher ein Erlebnis, statt eines Standards zu bieten. Um ein Erlebnis zu erzeugen, müssen wir den Kunden wirklich kennen. Außerdem ist ein Erlebnis individuell und kann nicht standardisiert werden. Deshalb hängt es auch signifikant von der Person ab, mit der der Kunde zu tun hat. Der Umgang dieses Mitarbeiters mit ihm, ist das, was er von dem Unternehmen erlebt.

Selbst wenn wir einen kleinen Familienbetrieb haben, können alle Mitarbeiter ein Erlebnis bieten, denn an diesem Punkt treten wir auf die menschliche Ebene. Das hat weder etwas mit dem Produkt, noch mit der Dienstleistung oder mit der Größe der Unternehmung zu tun, es ist dabei auch egal, ob das Budget groß oder klein ist.

Erst, wenn wir Leitbilder auf eine menschliche und damit persönliche Ebene übertragen, erst, wenn wir Mitarbeitern Verantwortung und Handlungsspielraum geben, machen wir Worte erlebbar und das Unternehmen damit fassbar. Standards dagegen machen austauchbar und ersetzbar – aber wenn wir ganz ehrlich sind, können wir kein personenunabhängiges Erlebnis schaffen. Menschen kaufen von Menschen.

Leitbilder sind deshalb nicht unbrauchbar, im Gegenteil. Wir müssen nur den Mitarbeitern erlauben, die Worte mit einer Bedeutung zu füllen, die zu ihnen passt. Beispielsweise: „Mutig“ heißt für Person X was anderes, als für Person Y. Für den einen heißt es vielleicht, Risiken eingehen, über Bekanntes hinausgehen und Grenzen zu sprengen. Der andere versteht unter mutig, das Angefangene durchzuziehen und den Prozess zu wahren.

Das bedeutet, dass es mehr Sinn macht, die Mitarbeiter in der Art und Weise wie sie sind, zu fördern, statt sie in ein Korsett zu zwängen, was sie unpersönlich und statisch macht. Wer das als Unternehmen schafft, tut gleichfalls etwas für seine Mitarbeiterbindung, denn wenn ich mich als Mensch entfalten kann, wie ich bin, fühle ich mich selbstverständlich wohler mit dem, was ich mache.

Zur Zeit gehen wir noch kleine Schritte auf dem Weg zu einer Personal Branding Geschäftswelt, das heißt, hier gibt es noch sehr viel ungenutztes Potential. Wer Näheres erfahren möchte – auch wie dieses Konzept für das eigene Unternehmen funktionieren kann –, der ist bei der werdewelt swiss richtig, denn wir machen Menschen zu Marken.

Brunello und Daniele Gianella

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