Was der „Hundeflüsterer“ mit Personal Branding zu tun hat

Sonntagmorgen. Ich liege ein bisschen vor dem Fernseher. Es läuft die US-amerikanische Sendung „der Hundeflüsterer“ alias Cesar Millan. Kennen Sie vielleicht, in Deutschland gibt es das Pendant dazu, der „Hundeprofi“ in Person von Martin Rütter. Beide Sendungen widmen sich demselben Sachverhalt: Probleme mit Hunden. Gut.

Wer selbst Hunde hat oder Menschen kennt, die Hunde haben, weiß, dass der Umgang mit dem Hund ein höchst kontroverses Thema ist, das auch schnell zu Streitigkeiten führen kann, weil jeder eine andere Meinung dazu hat, wie Frau oder Mann mit dem Hund umzugehen hat.

Ich sehe dieses Mal einen Hund, der sofort abhaut, wenn seine Besitzer die Tür offenlassen, ich verfolge die Problematik eines Neufundländers, der nichts essen möchte (nicht mal Truthahnburger!!!) und beobachte, wie ein riesiger Akita-Mix ein Fenster zerstört, weil andere Hunde über sein Grundstück laufen.

Standard-Problem des „Hundeflüsterers“ ist: die Vermenschlichung. Standard-Lösung folglich: den Hund wie einen Hund behandeln. Gut.

Wie konnte das so lange gut gehen?

Ich habe mal recherchiert, wie lange es diese Sendung nun gibt. Es sind 12 Jahre. An dem Format des Hundeflüsterers hat sich – angefangen bei der ersten Sendung bis heute – nichts geändert. Rein gar nichts. Und trotzdem läuft sie weiter und weiter und weiter. An der Beliebtheit, Cesar Millan dabei zuzusehen, wie er Hunde resozialisiert, hat sich also bis heute nichts geändert.

Das Geheimnis seines Erfolges?

Was Cesar Millan geschafft hat, ist, sich selbst zur Marke zu machen, indem er ganz schlicht und ergreifend er selbst ist. Er liebt Hunde im echten, privaten Leben – er liebt Hunde vor der Kamera. Aber viele Menschen lieben Hunde, und trotzdem sind noch lange nicht alle „the world’s most loved dog behaviorist“.

Vermarkte dein Gesicht!

Sieben Bücher hat Cesar Millan bereits veröffentlicht, die ersten drei sind amerikanische Bestseller. Als Speaker tritt er regelmäßig vor Publikum auf und trainiert Menschen im Umgang mit Hunden. Er verkauft DVDs und Produkte. Er leitet das DPC (Dog Psychology Center) und hat das Cesar Millan PACK (People, Action, Canines, Kindness) Project gegründet, eine Non-Profit-Organisation, die sich für gemeinnützige Projekte rund um Hunde stark macht.

Das Marketing um ihn herum ist ein riesiger Apparat: Neben der Website, die alle Aktivitäten Cesars auflistet und mit regelmäßigen Tipps zum Umgang mit Hunden paart, müssen auch seine Social Media-Profile regelmäßig bespielt werden: Facebook (9.015.746 Gefällt mir-Angaben), Twitter (834 Tsd Follower), Instagram (642 k Abonnenten), Google+ (17.915 Follower), Pinterest (18,7 k Follower) und Youtube (166.904 Abonnenten).

Auf diesen Social Media-Kanälen wechseln sich Sendungspromotionen mit Adoptionsgesuchen für geschundene Hunde ab, dazwischen finden sich Selfies von seinen Life-Veranstaltungen und süße Hundebilder. Auf Facebook vergeht kein Tag, an dem Cesar nichts postet (oder posten lässt), meist sind es mindestens zwei Postings am Tag.

Das klingt nach Arbeit und das wäre es auch, würde er die Rolle des Hundeflüsterers nur spielen. Aber: Er steigt nach einem Dreh nicht aus dem Jeep in eine Mercedes S-Klasse und fährt in ein hundefreies Penthaus. Er hat keinen „Feierabend“, weil seine Arbeit und sein Leben eben nicht zwei verschiedene, nicht zueinander passende Schuhe sind. Wenn er einen roten Teppich betritt, dann nimmt er nicht nur seine Frau mit, er nimmt selbstverständlich auch seinen „right-hand-dog“ Junior mit. Denn: Sein Leben IST seine Arbeit – und umgekehrt. Sein Leben dreht sich einfach um Hunde. Und das merkt man in jeder gedrehten Sekunde.

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